STS-124 DISCOVERY ERFOLGREICH GESTARTET

•1/ Juni/ 2008 • Kommentare deaktiviert für STS-124 DISCOVERY ERFOLGREICH GESTARTET

31.mai 2008 *** by raumfahrt50plus

Nach einer reibungslos verlaufenen Vorbereitungszeit über den gesamten vergangenen Monat hob heute die U.S.-amerikanische Raumfähre Discovery pünktlich von der Startrampe 39A des Kennedy Space Center in Florida ab.

Wie geplant zündeten die Triebwerke des Space Shuttle um 23.02 Uhr MESZ und beschleunigten es mit der an Bord befindlichen siebenköpfigen Crew und seiner Nutzlast, dem Haupbauteil des japanischen KIBO-Moduls für die Internationale Raumstation, in Richtung Orbit. Das Weltraumlabor aus Fernost stellt die insgesamt gewaltigste Nutzlast dar, die jemals mit einem Shuttle in eine erdnahe Umlaufbahn befördert wurde.

Der Countdown, welcher vor zwei Tagen gestartet worden war und die Aufstiegsphase nach dem Verlassen des Starttisches verliefen zur Zufriedenheit der NASA-Verantwortlichen völlig problemlos und frei von unplanmäßigen  Vorkommnissen. Die während der Live-Übertragung wieder zu beobachtenden Bruchstücke von Isolierschaum wurden während der anschließenden, routienemäßig stattfindenden Start-Pressekonferenz der NASA als nominal und ohne Einfluss auf die Unversehrtheit des Hitzeschildes des Orbiters qualifiziert. Die Vorfälle hatten alle relativ spät in der Startphase in den höheren, weniger dichten Schichten der Erdatmosphäre stattgefunden. Damit war die Relativgeschwindigkeit zum gen Orbit rasenden Shuttle aufgrund fehlender Reibungsenergie so gering, dass größere Beschädigungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausgeschlossen werden können. Gewissheit über den Zustand des Hitzeschildes werden jedoch, wie immer nach der Columbia-Katastrophe, erst die planmäßigen Checks im Verlaufe der nächsten Flugtage bringen.

Diese Untersuchungen werden diesmal etwas anders als bei den vorherigen Missionen ablaufen, da das 15.9 Tonnen schwere Kibo-Labor zu groß ist, um gleichzeitig um ein sogenanntes Orbiter Boom Sensor System (OBSS) in der Nutzlastbucht mitzuführen. Dieses Zusatzelement zum eigentlichen Shuttlearm dient der eigentlichen Untersuchung der Unterseite und anderer kritischer Teile des Hitzeschildes jedes Orbiters. Das OBSS wurde daher bei der letzten Shuttle-Mission auf der ISS zurückgelassen und steht der Besatzung der Discovery somit erst nach dem Andocken an der Raumstation am Montag zur Verfügung.

Im weiteren Verlauf der ersten Flugphase wurde der Ausfall eines redundanten elektronischen Steuerungssystems des linken Lageregelungstriebwerkes der Raumfähre bekannt. Laut NASA besteht jedoch auch in diesem Fall kein Grund zur Sorge, da das unplanmäßige Abschalten dieses Systems keinen Einfluss auf den Fortgang der Mission hat. Sollte eine Wiederinbetriebnahme scheitern steht im ungünstigsten Fall lediglich ein Ersatzsystem nicht zur Verfügung. Zwischenzeitlich wurden beide Lageregelungstriebwerke bereits wie vorgesehen erstmals für zwei Minuten 44 Sekunden gezündet, um die Flugbahn des Shuttle so anzuheben, dass  eine langsame Annäherung an die ISS bis Montag gewährleistet werden kann. Weitere derartige Zündungen stehen im Verlaufe der nächsten Stunden auf dem Plan.

Auch konnte mit dem Öffnen der Ladebuchtüren ein weiteres entscheidendes Manöver der ersten Flugphase erfolgreich abgeschlossen werden. Die Innenseiten der der riesigen Tore sind mit großen Radiatorflächen versehen, die zur Kühlung des Shuttle unbedingt erforderlich sind. Ohne deren Kühlleistung würde sich die Raumfähre unter der direkten Sonneneinstrahlung im All und der  Wärmeentwicklung der eigenen technischen Systeme derart aufheizen, dass ein längerer bemannter Flug undenkbar wäre.

Die Stammbesatzung der Raumstation konnte den Start der Discovery von der Umlaufbahn aus live mitverfolgen. An Bord des Shuttle befindet sich mit dem Amerikaner Chamitoff die ablösung für Garrett Reisman, der sich seit der letzten Shuttle-Mission auf der ISS befindet. Zusammen mit den russischen Kosmonauten Wolkov und Kononjenko bildet er derzeit die Stammbesatzung der Expedition 17 auf dem orbitalen Außenposten. Gregory Chamitoff soll nach Rückkehr der Discovery insgesamt sechs Monate auf der ISS verbleiben und als Mitglied der Stammbesatzung wissenschaftliche und wartungstechnische Aufgaben erfüllen. Ein erster sehr wichtiger Punkt nach Ankunft der Discovery wird für die  Besatzung der Raumstation der Austausch einer defekten Pumpe der bordeigenen Toillettenanlage sein. Diese hatte vor kurzen ihren Dienst versagt, so dass die Mannschaft an diesem entscheidenden Punkt des Aufenthaltskomforts im All auf Improvisionen angewiesen war und die nicht dafür vorgesehen Toilette der angedockten Soyuz-Rückkehrkapsel nutzen musste.

Bildquelle: NASA/ NASA-Television

Bitte informieren Sie sich auch auf unserer STS-124 Seite

STS-124 DISCOVERY STEHT AUF DER RAMPE

•3/ Mai/ 2008 • Kommentare deaktiviert für STS-124 DISCOVERY STEHT AUF DER RAMPE

03.mai 2008 *** by raumfahrt50plus

Gut vier Wochen vor ihrem geplanten Start hat die U.S.-amerikanische Raumfähre Discovery einen entscheidenten Schritt vorwärts im Ablaufplan der Starvorbereitungen getan. In der Nacht zum Samstag (Ortszeit) rollte sie, komplettiert um ihren Außentank und die beiden seitlichen Feststoffbooster, vom Vehicle Assembly Building (VAB) zur Startrampe 39A des Kennedy Space Center, dem Weltraumbahnhof der NASA in Florida.

In aufrechter Position, montiert auf einem mobilen Starttisch, wurde sie mit einem riesigen Raupenfahrzeug zum Startrampe gefahren. Der Transporter, der noch aus der Zeit von Apollo und Saturn stammt, benötigte für die 3,4 Meilen lange Strecke etwas über sechs Stunden. Um 06.06 Uhr Ostküsten-Sommerzeit war der Starttisch dann exakt vor der Gitterkonstruktion des Startturms abgesetzt und die Überführung beendet.

Die gesamte Aktion verlief ohne Probleme und da auch hervoragendes Wetter am Cape herrschte, komplett nach Zeitplan. Später am Tag wurden- der Raupentransporter bewegte sich inzwischen wieder zurück in Richtung VAB- zuerst die Schwingarme des Startturms zur Discovery bewegt und anschließend die Rotationskonstruktion vor das Shuttle gefahren.

Dies ist erforderlich, da am Montag die Nutzlast der Mission, das japanische Kibo-Labor, in die Ladebucht der Discovery umgeladen werden soll. Wie berichtet, war der Container mit dem Modul bereits vor einigen Tagen zum Pad 39A transportiert worden.

Der Start soll weiterhin , läuft alles nach Plan wie bisher, am 31. Mai um 21.02 Uhr MESZ stattfinden. Dann wird die Discovery zu ihrer insgesamt 35ten Missions ins All aufbrechen und ihre alles in allem größte Last zur Internationalen Raumstation befördern.

Bitte informieren Sie sich auch auf unserer STS-124 Seite.

Bildquelle/ credit photos: spaceflightnow/ Chris Miller

BURAN OK-GLI / PHOTOWETTBEWERB

•1/ Mai/ 2008 • Kommentare deaktiviert für BURAN OK-GLI / PHOTOWETTBEWERB

01.mai 2008
by raumfahrt50plus

UPDATE Photowettbewerb: Der Wettbewerb ist abgeschlossen. Alle Bilder sind eingegangen und auf unserer Sonderseite veröffentlicht. In den nächsten Tagen läuft die Auswertung zur Feststellung des Gewinners. Interessierte, die ihre Stimme ebenfalls abgeben wollen, können über raumfahrt50plus.de bis 11. Mai 2008 ein Bewertungsformular per E-mail anfordern, um dem eigenem Favoriten die Stimme zu geben. Wir danken nochmals allen Fotografen und Einsendern der Bilder für die tolle Arbeit und die rege Teilnahme am Wettbewerb und freuen uns, bald den Gewinner bekanntgeben zu können.

09. april 2008

UPDATE Photowettbewerb: Weitere sehr schöne und interessante Bilder zum Wettbewerb sind eingegangen!!! Vielen Dank an alle Einsender. Besuchen Sie bitte den unten stehenden Link um die Photos anzuschauen.

ALLE BILDER DES PHOTOWETTBEWERBS

Der Transport der Buran OK-GLI von Rotterdam aus in Richtung Technik Museum Speyer hat begonnen. Aus diesem Anlass haben wir beschlossen einen kleinen Wettbewerb mit Bildern von privaten Beobachtern zu starten, deren Bilder wir auf unserer Sonderseite auch gern veröffentlichen werden.

P H O T O W E T T B E W E R B

raumfahrt50plus läd alle Beobachter des Transports ein, eigene digitale Bilder der Raumfähre auf dem Weg von Rotterdam nach Speyer für eine Veröffentlichung auf diesen Seiten per E-mail an uns zu senden.
Wir werden die besten Bilder, jedoch mindestens ein Bild jedes Teilnehmers auf einer Sonderseite veröffentlichen und als Punkt auf der Karte vermerken, die auf dieser Seite eingebunden ist. Für den Teilnehmer des interessantesten und besten Bildes winkt nach Abschluss des Wettbewerbes ein kleiner Überraschungspreis, der im Zusammenhang mit der Buran steht, aber noch nicht verraten werden soll. Die Besucher dieser Seite werden in einer Abstimmung den Preisträger selbst bestimmen.

Details können alle an der Teilnahme interessierten Beobachter auf der Buran-Transportsonderseite von raumfahrt50plus einsehen.

Bilder: raumfahrt50plus 2008

STS-124 KIBO-LABOR AN DER STARTRAMPE EINGETROFFEN

•30/ April/ 2008 • Kommentare deaktiviert für STS-124 KIBO-LABOR AN DER STARTRAMPE EINGETROFFEN

30. april 2008 *** by raumfahrt50plus

Die Arbeiten zur Vorbereitung des nächsten Shuttle-Starts Ende Mai diesen Jahres kommen weiterhin wie geplant voran. Am Dienstag erreichte die Nutzlast der Mission die Startrampe 39A des Kennedy Space Center am Cape Canaveral in Florida.

Verstaut in einem speziellen Transportcontainer verließ der Hauptbaustein des japanischen Kibo-Labors gegen 5.00 Uhr Ortszeit die sogenannte  Vertical Integration Facility, wo er für den Transport vorbeitet worden war. Der Transportbehälter war dort in eine vertikale Position gebracht und anschließend auf der Ladefläche eines Spezialfahrzeugs montiert worden.

Der 12-achsige Truck ist eine Sonderanfertigung, die extra für diese Art von Transporten im KSC zur Verfügung steht. Er wurde bei KAMAG Transporttechnik, GmbH in Ulm für die NASA gebaut. Jede seiner Achsen ist separat steuerbar und versetzt das Gefährt so in die Lage, sich vorwärts, rückwärts oder auch seitwärts zu bewegen und wenn nötig auch eine 360°-Drehung um seine eigene Achse ausführen zu können. Gesteuert wird das Fahrzeug von einem zweisitzigen Führerhaus aus direkt unter der Ladefläche, die sowohl vertikale Transporte, wie in diesem Fall, als auch horizontal gelagerte Lasten ermöglicht. Mit einer maximalen Geschwindigkeit von etwa 8 Kilometern in der Stunde, benötigte es eine Stunde und 20 Minuten bis zum Startturm.

Photo credit: NASA/ Kim Shiflett

Auf der Rampe angekommen wurde der Nutzlastcontainer zum Payload Cangeout Room der riesigen Rotationstruktur der Startturmkonstruktion nach oben gezogen und dort arretiert. Dieser Bereich der Struktur ermöglicht den Einbau der Nutzlasten in die Ladebucht der Shuttle unter Reinraumbedingungen.

Wenn die Discovery nach ihrer Überführung zur Startrampe am Samstag auf dem Starttisch steht, wird die Rotationsstruktur vor die Rückseite des Orbiters geschwenkt, die Ladebuchttüren ein letztes mal vor dem Start geöffnet und das Kibo-Labor aus seinem Container in den Bauch des Shuttle umgeladen.

Inzwischen gehen auch die Arbeiten zur Integration der Discovery mit ihren zum Start erforderlichen Elementen im Vehicle Assembly Building weiter, damit der „rollout“ zur Startrampe wie geplant am Samstag stattfinden kann. Dazu wurden der externe Treibstofftank und die beiden Feststoffraketen dem Orbiter verbunden. Auch sind bereits die Treibstoffleitungen zwischen dem Shuttle und dem orangenen Außentank motiert und angeschlossen wurden. Laufen alle anschließend vorgesehenen Tests und Verbindungschecks ohne Probleme durch, steht der Fahrt von der Montagehalle zur Startrampe am Samstag nichts im Wege und der Fahrplan der Mission bis zum angepeilten Starttermin 31. Mai 2008 ist nicht gefährdet.

credit Photo: NASA/ Jim Grossmann

 

Bitte informieren Sie sich auch auf unserer STS-124 Seite.

Bildquelle Titel: NASA/ Kim Shiflett

 

STS-124 / DISCOVERY ROLLT DEM START NÄHER

•26/ April/ 2008 • Schreibe einen Kommentar

26. april 2008 *** by raumfahrt50plus

Der Veteran der U.S.-amerikanischen Shuttle-Flotte, die Discovery, rollte am Samstagmorgen Ortszeit seinem nächsten Start einen entscheidenden Schritt entgegen, als es seine Vorbereitungshalle auf dem Gelände des Kennedy Space Center (KSC) in Florida verließ und sich Richtung Vehicle Assembly Building (VAB) auf den Weg machte. Der Kurztrip über eine viertel Meile auf einem 76-Rad-Spezialtransporter symbolisiert sozusagen den Beginn der  eigentlichen Montagevorbereitungen für die Mission STS-124. Im riesigen, 52 Stockwerke hohen VAB wird der Orbiter im Verlauf des nächsten Tages vorsichtig in eine vertikale Position gehievt, um anschließend mit seinem großen externen Außentank und den beiden Feststoffboostern verbunden zu werden.

 credit: spaceflightnow/ Chris Miller

Diese Arbeiten werden, inklusive aller Installationen und Tests, innerhalb der nächsten Woche abgeschlossen sein, so dass die gesamte Startkonfiguration der Discovery auf ihrem mobilen Starttisch  am nächsten Samstag (3.Mai 2008)  zur Startrampe 39A gefahren werden kann. Die Reise dorthin, die  dann mit Hilfe eines gigantischen Raupenfahrzeuges im Schneckentempo abgewickelt wird, dauert insgesamt sechs Stunden.

Auf der Rampe selbst, erhält die Raumfähre dann auch noch ihre Nutzlast. In diesem Fall ist dies, mit dem bewohnbaren Hauptbaustein des japanischen Kibo-Labors, die neuste Ergänzung zur Internationalen Raumstation. Das Modul steht in einem Transportcontainer bereits seit einigen Tagen in der Vertical Integration Facility des KSC bereit und wird noch vor Ankunft der Discovery auf der Rampe auf separatem Wege zu dieser transportiert. Im sogenannten Changeout Room der Rotationsstruktur innerhalb der Stahlkonstruktion des Startturmes erfolgt dann letztendlich der Einbau in die Nutzlastbucht des Orbiters.


credit: NASA/ Jim Grossmann

Läuft alles weiterhin nach Plan, und vorausgesetzt am Starttag spielt auch das Wetter am Cape mit, kann die Discovery am 31.Mai 2008 zu ihrem 35. Einsatz in den Weltraum abheben.

Bitte informieren Sie sich auch auf unserer STS-124 Seite.

Bildquelle Titel: NASA/ Troy Cryder  

ATV JULES VERNE VERSETZT ISS SCHUB

•25/ April/ 2008 • Kommentare deaktiviert für ATV JULES VERNE VERSETZT ISS SCHUB

25. april 2008 *** by raumfahrt50plus

Am frühen Freitagmorgen demonstrierte das erste europäische Transportraumschiff ATV, mit Namen Jules Verne, zum ersten Mal eine weitere seiner Fähigkeiten, als seine Triebwerke für immerhin 740 Sekunden zündeten und im Ergebnis die Umlaufbahn der Internationalen Raumstation um etwa 4.5 Kilometer angehoben wurde.

Damit konnte der Raumfrachter gut drei Wochen nach dem Andocken an der ISS einer seiner Hauptaufgaben ebenso gerecht werden, wie er das als Großraumfrachter für die Lieferung von Ausrüstung, Materialien und Verbrauchsstoffen für die Station bereits hinlänglich unter Beweis gestellt hatte.

Das Manöver begann um 06.22 Uhr MESZ und versetzte der gesamten 280 Tonnen schweren Raumstation einen Schub von zirka 2.65 m/s. Unter Benutzung von zwei seiner insgesamt vier Haupttriebwerke gelang es dabei wie geplant, die Orbithöhe der ISS auf nunmehr 342 Kilometern über der Erdoberfläche anzuheben. Mit der erfolgreichen Anpassung der Umlaufbahn konnte eine grundlegende Voraussetzung für die Ankunft der nächsten Shuttle-Mission Anfang Juni 2008 geschaffen werden, bei der die Discovery das Hauptbauteil des japanischen Kibo-Labors zur Station bringen soll.

Bisher waren nur die amerikanische Shuttle, die russischen Progressfrachter und in Ausnahmefällen die stationseigenen Triebwerke in der Lage, Veränderungen der ISS-Umlaufbahn zu gewährleisten. Diese „Boosts“ sind in Abständen immer wieder erforderlich, da auch in Höhen über 300 Kilometern  noch genügend Luftmoleküle vorhanden sind, die mit der Raumstation interagieren und durch Reibung ein kontinuierliches Absinken des Orbits bewirken.

Mit dem ATV steht nunmehr ein weiteres Raumfahrzeug zur Verfügung, mit dessen Hilfe dem gesamten Orbitalkomplex zusätzlicher Schub verliehen werden kann. Der europäische Frachter wurde von vorn herein so konstruiert, dass sein Antriebssystem diese, für die ISS lebenswichtige Funktion periodisch gewährleisten kann.

Daher stehen für den gesamten Zeitraum, an dem Jules Verne an der Station verbleibt auch noch drei weitere derartige Triebwerkszündungen auf dem Plan. Die nächste wird am 12. Juni folgen, die weiteren beiden dann am 8. Juli und respektive am 6.August 2008.

Geplant ist, dass Jule Verne die Internationale Raumstation Anfang August diesen Jahres verlassen und anschließend mit rund sechs ein halb Tonnen Abfall in der Erdatmosphäre gezielt zum Verglühen gebracht wird.

Informieren Sie sich bitte auch auf unserer ATV-Seite über den weiteren Verlauf der Mission.

Quelle/Credit Poto: NASA TV/bearbeitet durch raumfahrt50plus

SOYUZ TMA-11/ NEUES ZUR LANDUNG/ WHITSON ÄUSSERT SICH

•24/ April/ 2008 • Schreibe einen Kommentar

24. april 2008 *** by raumfahrt50plus

Die dramatischen Minuten des letzten Flugabschnittes der Soyuz TMA-11-Kapsel beschäftigten in den vergangenen Tagen die Verantwortlichen und Betroffenen intensiv. Russische Ingenieure untersuchen seitdem genauer, was den ballistischen Wiedereintritt des Raumschiffs- immerhin der zweite in Folge und bereits der dritte der TMA-Version- verursacht haben könnte. Immerhin scheinen inzwischen erste neue Erkenntnisse zum Hergang der nicht planmäßig verlaufenen Landung vorzuliegen.

So wurde bekannt, dass es bereits bei der vorangegangenen Landung, die für Soyuz TMA-10 und die damalige Besatzung ebenfalls in einer ballistischen Abstiegskurve grendet hatte, Probleme bei der Trennung der Hauptmodule der Soyuz gegeben haben soll. Speziell das Servicemodul sei nicht planmäßig von der Rückkehrkapsel getrennt worden und habe somit die gesamte Eintrittsgeometrie erheblich beeinflusst. Bisher war lediglich von einer defekten Kabelisolierung berichtet worden, die wiederum, vereinfacht dargestellt, einen Kurzschluss verursachte, der das automatische Umschalten des Landeregimes auf „ballistisch“ zur Folge hatte. Genau dieses Kabel war jedoch noch im Orbit noch von den Raumfahrern untersucht und als in Ordnung bewertet worden. Es wird daher zur Zeit nicht mehr ausgeschlossen, dass auch bei der jüngsten Landung Schwierigkeiten mit der Modultrennung zu den geschilderten Ergeignissen geführt haben könnten. 

Die Module werden pyrotechnisch mittels Sprengbolzen voneinander getrennt. Dies geschieht im Flugprofil einer Soyuzlandung beim Abstieg kurz bevor die oberen dichten Luftschichten der Erdatmosphäre erreicht werden. Danach sollte im Regelfall die Rückkehrkapsel völlig separiert, mit ihrem Hitzeschild voran, in die Atmosphäre eintauchen und durch kontrollierte Ausrichtung und Lageregelungsmanöver sozusagen auf den Luftschichten, in einer weit geschwungenen Bahn, gen Erdboden „surfen“. Diese ausgedehnte Flugkurve verteilt die wirkenden Bremskräfte und daraus folgend auch die abzubauende Energie auf einen größeren Zeitraum und minimiert so die auf die Besatzung wirkenden G-Kräfte.

Gerät die Kapsel in eine ballistische Flugbahn verhält sie sich, dem entgegen, eher wie ein Geschoss, dass mit weitaus höherer Geschwindigkeit auf die Lufthülle der Erde trifft. Die enorme Geschwindigkeit des Raumfahrzeuges wird dabei schneller und abrupter vernichtet, und die negativen Beschleunigungskräfte auf die in ihren Sitzschalen festgeschnallten Raumfahrer, erreichen Werte, die für einen menschlichen Organismus, der zuvor zusätzlich über längere Zeiträume der Schwerelosigkeit ausgesetzt war, eine durchaus grenzwertige Belastung darstellt.

Peggy Whitson, die Kommandeurin der zurück gekehrten ISS-Langzeitbesatzung, hat das nunmehr in einer ersten Stellungnahme auch deutlich geschildert.

„Kurz nach der Modultrennung switchten wir automatisch in den ballistischen Modus, was bedeutet, dass wir bis auf 8G  hochdrehten und in einem steileren Abstieg gerieten…Ich sah auf der Anzeige 8.2 G, es war wirklich, wirklich dramatisch. Gravitation ist nicht gerade mein Freund im Moment. Und 8G war dies insbesondere nicht. Aber es dauerte nicht zu lange.“ Auch Whitsons koreanische Kollegin So-yeon Yi berichtete von beängstigenten Flammenbildungen außerhalb und ihrer Befürchtung die Kapsel könnte verglühen.

Die steilere Flugkurve führte dazu, dass sich der letztendliche Landepunkt der TMA-11 um etwa 420 Kilometer nach Westen verschob und die weiter östlich in der kasachischen Steppe wartenden Bergungsteams erst mit einiger Verspätung am Aufschlagpunkt der Kapsel eintrafen.

Whitson über die eigentliche Landung: „…die Entfaltung des Landfallschirms verlief normal und der Aufschlag… ich glaube, vielleicht weil ich so viele Geschichten gehört hatte, war nicht ganz so schlimm wie ich befürchtetete.“ Ihre ersten Eindrücke nach der Landung seien der leichte Luftzug außerhalb der Soyuz, das Vogelgezwitscher und der Geruch von verbranntem Grass gewesen. Bauern hatte das Gebiet im Umfeld der Landestelle zuvor gezielt in Brand gesetzt.

Kasachische Bauern waren dann auch die ersten, die Notiz von der gelandeten Kapsel nahmen. „Zuerst hatten es einige Leute gesehen.“, die, so Whitson, schnell näher kamen und ihr und Yi aus dem Raumschiff halfen. “ Das lief sehr gut und so warteten wir einfach bis die Such- und Rettungsteams eintrafen.“

Auch über Yuri Malenchko hatte die Expedition 16 Kommandeurin nur gutes zu berichten. „Yuri ist ein großartiger Soyuz-Kommandant und er hat während der gesamte Zeit einen hervorragenden Job gemacht, um sicherzustellen, dass wir immer auf Kurs blieben und alles angemessen ablief.“

In der nächsten Zeit bleibt abzuwarten, was die genaueren Untersuchungen der Rückkehrkapsel zu Tage bringen werden, und welche Schlüsse daraus für die folgenden Soyuz-Einsätze zu ziehen sind. Insbesondere der Rückkehr, der bereits an der ISS angedockten Soyuz TMA-12 wird besonderes Augenmerk zuteil werden müssen, da bei diesem Modell eventuell erforderliche Umrüstungen und Modifikationen naturgemäß nur noch in sehr beschränkten Umfang möglich sein werden.

Informieren Sie sich bitte auch auf unserer Soyuz-TMA-11 Seite.

Bildquellen: Titel: AP Photo Misha Japaidze / Texteil: NASA Reuters Pool