eva-plan für solarsegel-reparatur geändert

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31. oktober 2007

die nasa hat im verlaufe des heutigen flugtages den astronauten der discovery mitgeteilt, dass man die ursprüngliche planung der weiteren aussenbordeeinätze (eva) dahingehend geändert hat, eine reparatur der gestern zerstörten solarzellenfläche zu ermöglichen.

dies bedeutet im einzelnen, dass der für den morgigen donnerstag vorgesehene ausseneinsatz mindestens bis freitag verschoben wird. eigentlich geplant, das kontaminierte drehlager der rechten solarzelleneinheit zu inspizieren und die möglichen ursachen der dort festgestellten fremdkörper festzustellen, wird der vierte weltraumspaziergang nun in gänze der reparatur der gestern entfalteten sonnensegeleinheit am p6-element gewidmet.

die notwendigen vorbereitungen für die anstehenden arbeiten laufen derzeit auf hochtouren. sollten die techniker trotzdem mehr zeit für eine sinnvolle planung des einsatzes benötigen, könnte der eva auch auf samstag verschoben werden. der im flugplan vorgesehene fünfte ausseneinsatz, welcher ohnehin von den expedition-16 crewmitgliedern whitson und malenchenko ausgeführt werden sollte, wird auf die zeit nach dem ablegen der discovery verschoben.

diese vorgehensweise zeigt welche priorität die nasa der reparatur der eingerissenen sonnensegels beimisst. obwohl die zerstörte einheit ca. 95% der möglichen elektrischen energie liefert, ist die strukturelle integrität des segels stark beeinträchtigt, da die notwendige zugspannung von etwa 75 pfund im nicht eingerasteten zustand nicht aufgebaut werden kann.

dies wiederum verhindert das automatische nachführen des gesamten elementes relativ zum optimalen sonnenstand. folge ist eine geringere energieausbeute als möglich. zusätzlich stellt das „flattrige“ segel ein sicherheitsrisiko für das an- und abdocken von raumfahrzeugen dar.

insgesamt gesehen, ist die reparaturaktion sehr ungewöhnlich und komplex, da die zur verfügung stehenden roborterarme des shuttle und der raumstation einzeln nicht lang genug wären, um den betroffenen bereich zu erreichen. nur eine kombination aus raumstations-arm und sensorarm des shuttle kann diese entfernung überbrücken. der sensorarm wiederum ist für derartige arbeiten nicht konzipiert und muss für diesen einsatz speziell konfiguriert werden, damit ein astronaut an die zu reparierende stelle des segels transportiert werden kann.

ein erfolg des gesamten vorhabens hat direkte auswirkungen für alle nachfolgenden flüge zur station und somit auch auf die nächste shuttle-mission, welche für den 6. dezember vorgesehen ist und das europäische stationsmodul „columbus“ nach jahrelanger verspätung endlich zur i.s.s. bringen soll.

bildquelle: NASA

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~ von raumfahrt50plus - 31/ Oktober/ 2007.

 
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