reparaturplan für sonnensegel konkretisiert

31. oktober 2007

die amerikanische raumfahrtbehörde hat inzwischen die pläne für die reparaturarbeiten am beschädigten sonnensegel des p6-truss-elementes konkretisiert. mike suffredini, der bei der nasa hauptamtlich für die i.s.s. zuständige manager, machte in diesem zusammenhang nochmals die der aufgabe beigemessene wichtigkeit deutlich:

„mir wurde klar, dass diese aufgabe unsere priorität erfordert. ich brauche dieses segel. es befindet sich in einer position, in der weitere schäden auftreten können, wenn wir es in diesem zustand belassen. es ist sehr schwer zu analysieren, wie sich diese schäden auf das strukturelle verhalten in hinblick auf die darauf einwirkenden kräfte und lasten darstellen werden. das segel hat unsere priorität, angesichts der tatsache, dass wir es möglicherweise beschädigen, wenn wir es in dieser konfiguration belassen und wir es derart beschädigen könnten, dass es eventuell für den zeitraum des gesamten programms nicht mehr zur verfügung steht.“

der plan sieht nun vor, den shuttle- austronauten parazynski an der spitze des shuttle-sensorarmes (der normalerweise zur inspektion des hitzeschildes dient) bis zur beschädigten stelle des sonnensegels zu befördern. dazu muss der roborterarm der raumstation den sensorarm greifen. dies kann er aber nur an einer vorrichtung in dessen mitte, da die eigentlichen verbindungselemente der shuttlearme mit denen ihres i.s.s.-pendants nicht kompatibel sind. immerhin führt das jedoch zu einer über 8 meter langen erweiterung des armes der raumstation, die ausreicht einen mann in den betreffenden bereich zu bringen. die so zusammengefügten roboterarme werden dafür mit dem mobilen transporter auf der gitterstruktur bis an deren äusserstes linke ende gefahren, von wo aus die operation durchgeführt werden kann.

die reparatur selbst soll voraussichtlich mit manschettenknopfartigen laschen erfolgen, deren enden, durch bereits in den sonnensegel-lamellen vorhandene löcher, „gefädelt“ werden, um sie dadurch wieder miteinander zu verbinden. man hofft somit, beim anschliessenden endgültigen entfalten des gesamtes segels, genügend statischen zug aufbauen zu können, damit das segel, die vorgesehen stabilität erhält.

für den fall, dass sich die arbeiten am freitag bei eva-4 nicht abschliessen lassen, ist vorgesehen, am sonntag einen fünften ausseneinsatz anzuhängen. dies wiederum würde jedoch zu einer verlängerung, der vorher bereits um einen tag erweiterten discovery-mission, um einen weiteren flugtag führen.

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~ von raumfahrt50plus - 1/ November/ 2007.

 
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