aussenbordeinsatz für harmony zweiter teil/ weitere kontaminationen in drehgelenk der solaranlage festgestellt

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24. november 2007

die eigentlich geplanten arbeiten zur endgültigen aufrüstung des neusten i.s.s.-moduls harmony zur vollen einsatzfähigkeit gerieten fast zur nebensache beim heutigen ausseinsatz von stations-kommandantin peggy whitson und flugingenieur daniel tani. wie vorgesehen erfolgte die montage und aktivierung von verschiedenen verbindungsleitungen zwischen der raumstation und dem neuen modul ohne probleme.

anschließend widmeten sich die die astronauten jedoch dem jüngsten i.s.s.-problemfall. am rechten sogenannten „solar alpha rotary joint“ oder kurz „SARJ“, einem riesigen drehgelenk, welches der nachführung der solarzelleneinheiten der raumstation dient, waren bereits bei der letzten shuttle-mission schwierigigkeiten festgestellt worden.

der damals ursprünglich vorgesehene aussenbordeinsatz, um sich dem problem zu widmen, war jedoch zugunsten der wichtigeren reparaturabeiten an der solarzellenfläche selbst geopfert worden. kurzerhand ergänzte man daher die tagesordnung des heutigen einsatzes um die während der discovery-mission gestrichenen untersuchungsarbeiten.

das betroffene rechte gelenk war nach feststellung des schadens bereits ausser funktion gesetzt worden, während das linke seinen dienst weiterhin problemlos versieht.

die analyse sollte durch die heutige inspektion konkretisiert werden, und whitson und tani stellten tatsächlich weitere metallische kontaminationen fest, während sie an andere areale des gelenks untersuchten, als tani das bei seinem einsatz letzten monat getan hatte. offensichtlich stammen die metallpartikel von abrieb, der entsteht, wenn metall auf metall reibt. hauptaugemerk legten die astronauten bei ihrer beobachtung auf den lagerring des getriebes im SARJ, dessen beschädigung sie als ursache für die zuerst festgestellten vibrationen im lager ausmachten.

bevor sie die untersuchungen abschlossen, machten die astronatauten noch eine vielzahl digitaler photos des betroffenen areals. diese sollen es den flugkontrolleuren am boden ermöglichen, sich der ursache des problems bei ihrer analyse weiter zu nähern. zur zeit stellt der sachverhalt keine zeitkritische schwierigkeit für den betrieb der station dar. ausserdem ist das antriebssystem des gelenks mehrfach redundant abgesichert. die NASA möchte diese option jedoch nicht in betracht ziehen, bevor die eigentlichen ursachen der beschädigungen nicht geklärt sind.

insgesamt hielten sich whitson und tani diesmal 7 stunden und vier minuten im freien raum auf. sie stellten mit ihrer heutigen arbeit an harmony sicher, dass das europäische labor columbus im dezember zur station gebracht werden kann, da nunmehr sämtliche elektrischen und sonstigen zum betrieb des knotens erforderlichen verbindungen hergestellt wurden.

bildqelle: NASA

 

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~ von raumfahrt50plus - 24/ November/ 2007.

 
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