COLUMBUS IST IM WELTRAUM

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07. februar 2008

Um 20 Uhr 45 Minuten und 30 Sekunden war es endlich soweit. Beim nunmehr dritten Anlauf und mit fast genau zwei Monaten Verspätung hob die US-amerikanische Raumfähre Atlantis mit dem europäischen Raumstationsmodul Columbus von der Startrampe 39A des Kennedy Space Center in Florida ab und donnerte mit ohrenbedäubendem Sound in den fast gänzlich blauen Himmel über der Cape-Küste.

Entgegen fast aller Vorhersagen zeigte sich das Wetter zum vorgesehenen Startzeitpunkt von seiner besten Seite. Der gesamte Countdown lief völlig problemlos bis zur finalen Startsequenz durch und selbst die im Dezember noch so unzuverlässig arbeitenden Tanksensoren bestanden alle Tests während des sich plangemäß über Stunden ziehenden Betankungsvorganges mit Flüssigtreibstoffen. Die in den letzten Wochen notwendig gewordenen Fehleranalysen und daraus resultierenden Modifikationen an den elektrischen Steckerverbindungen zum externen Tank des Space Shuttle hatten offensichtlich Früchte getragen und so lieferte nicht einer der Sensoren fehlerhafte Anzeigen während des Befüllens der beiden riesigen Tankkammern im inneren des orangenen Aussentankes.

Somit war der Weg frei zum Zünden der Triebwerke und den lange erwarteten Start des europäischen Betrages zur Internationalen Raumstation. Das deutsche Crewmitglied der Atlantis, Hans Schlegel, hatte diesen Moment bereits im Vorfeld der Mission nicht ohne Stolz als den eigentlichen Beginn der bemannten europäischen Raumfahrt bezeichnet.

Er und sein französicher Mannschaftskollege Léopold Eyharts werden nach dem Andocken des Shuttle am kommenden Samstag und der anschließenden Montage des Moduls an der ISS, einen Großteil der Arbeiten übernehmen, die notwendig sind um Columbus in Betrieb zu nehmen. Eyharts wird sogar nach dem Ablegen der Atlantis mehrere Wochen auf der Station verbleiben und mit den Crewmitgliedern der Expedition 16 Peggy Whitson und Yuri Malenchenko die weitere Aktivierung aller Systeme des Labors in Angriff nehmen.

Bis dahin jedoch stehen der siebenköpfigen Mannschaft des Shuttle zwei intensive und arbeitsreiche Wochen im All bevor, die neben der physischen Installation von Columbus am zuletzt ins all beförderten Harmony-Module, ihren Höhepunkt sicherlich in den drei geplanten Ausstiegen in den freien Weltraum finden werden. An zwei dieser mehrstündigen Außenbordeinsätze wird auch der deutsche Astronaut Hans Schlegel teilnehmen. Er wird somit zu einem der Hauptakteure während der gesamten Mission avancieren und nach Thomas Reiter außerdem der zweite Deutsche sein, der der Internationalen Raumstation einen Besuch abstattet.

Bildquelle: collectSPACE

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~ von raumfahrt50plus - 7/ Februar/ 2008.

 
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