ATLANTIS DOCKT AN ISS

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09. februar 2008

Atlantis und Internationale Raumstation befanden sich im Erdschatten als der Kontakt zwischen beiden Raumflügkörpern bestätigt wurde, während sie hoch über dem australischen Kontinent dahinrasten. Erhellt von leistungsstarken künstlichen Lichtquellen zeichneten sich auf den Bildschirmen die Kopplungsadapter beider Raumfahrzeuge deutlich vor dem pechschwarzen Hintergrund der Weiten des Weltraumes ab. Nach zwei Tagen Verfolgung erreichte die Raumfähre den orbitalen Außenposten und dockte um 18.17 Uhr MEZ an das bei der letzten Shuttle-Mission gelieferte Harmony-Module an.

Nach vollständiger physischer Verbindung beider Kopplungssysteme und einer Reihe von Tests und Dichteprüfungen war es gut anderthalb Stunden später soweit und die Luken wurden geöffnet. In der ISS erwarteten Kommandeurin Peggy Whitson, die im übrigen an diesem Tag Geburtstag hatte, Yuri Malenchenko und Daniel Tani ihre Shuttle-Kollegen, die endlich, mit zweimonatiger Verspätung, einer nach dem anderen in die großzügige Weite des neuen Verbindungsknotens der Raumstation schwebten. Die Begrüssung war herzlich, dauerte jedoch nur so lang wie nötig, da anschließend sofort weitere Arbeiten im dichtgepackten Missionsprogramm anstanden.

Whitson wies die Shuttle-Crew zuerst in alle Sicherheitseinrichtungen auf der Raumstation ein und der speziell angepasste Sitz von Daniel Tani in der Soyuz-Kapsel wurde gegen denjenigen von Léopold Eyharts ausgetauscht. Mit Abschluss dieser Aktion tauschten die beiden damit auch offiziell ihren Status als Mitglieder ihrer Teams. Der französische Astronaut ist seitdem Mitglied der  Expedition 16-Crew, während der Amerikaner Tani nunmehr als STS-122 Missionsspezialist gilt.

Später führten die Astronauten quasi ein ferngesteuertes „Ballett“ mit allen verfügbaren Roborterarmen von Shuttle und Raumstation auf, bei dem letztendlich der OBSS-genannte Arm zur Hitzeschildinspektion aus der Ladebucht der Atlantis entfernt wurde, um Raum zu schaffen, damit das ursprünglich für Sonntag geplante Entladen des europäischen Columbus-Labor von statten gehen kann.

Dem eigentlichen Rendevouz-Manöver von Atlantis und ISS war das spektakuläre Rendevouz Pitch Maneuver (RPM) vorausgegangen, einer Pirouette des Shuttle um die eigene Achse, bei der sich der Mannschaft der Raumstation die Möglichkeit bietet, sämtliche Bereiche des Hitzeschild des Orbiters einsehen und fotografisch festhalten zu können. Die dabei gewonnen Bilder sind integraler Bestandteil der nach der Columbia-Katastrophe geforderten Analysen, den Hitzeschild für den Wiedereintritt freizugeben.

Bildquelle: NASA-Television

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~ von raumfahrt50plus - 9/ Februar/ 2008.

 
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