HANS SCHLEGEL ABSOLVIERT AUSSENBORDEINSATZ

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13. februar 2008

Seit 1998 hatte die Internationale Raumstation bis jetzt insgesamt 102, oftmals in schlichter Untertreibung „Weltraumspaziergänge“ genannte Aussenbordeinsätze erlebt.

Seinen ersten derartigen „Spacewalk“ absovierte am heutigen Tage der deutsche Raumfahrer Hans Schlegel. Er ist damit erst der zweite Deutsche überhaupt, dem ein deratiges Vergnügen zu Teil wurde. Denn als solches empfinden die Astronauten die stundenlangen, körperlich belastenden und nervenaufreibenden Arbeiten ausserhalb ihrer Raumflugkörper durchaus.  Das Gefühl, des von Raum und Zeit völlig losgelösten Schwebens im freien Universum scheint in ihren späteren Reflektionen, jegliche Anstrengungen vergessen zu lassen.

Nichts desto trotz war auch der zweite derartige Einsatz im Rahmen der aktuellen Space-Shuttle-Mission in erste Linie ein reiner Arbeitseinsatz, bei dem der 56-jährige Deutsche gemeinsam mit seinem amerikanischen Kollegen als Hauptaufgabe einen Stickstofftank auszutauschen hatte, der sich am P1-Element der riesigen Gitterstruktur der ISS befindet und dazu dient das Kühlsystem der Station unter Druck zu halten. In regelmässigen Abständen muss das kühlschrankgroße Behältnis durch ein neu gefülltes ersetzt werden, während der entleerte Tank mit der Raumfähre zurück zur Erde befördert wird.

Anschliessend hatten Hans Schlegel und Rex Walheim weitere Arbeiten an der Aussenhaut des europäischen Columbus-Labors auf der Tagesordnung. Hierbei mussten die Haltebolzen wärmegedämmt werden, mit denen das Modul in der Ladebucht der Atlantis verankert war.

Schlegels Premiere als „Weltraumspaziergänger“, auf die er beim ersten EVA (Extra Vehicular Aktivity) der Mission aus gesundheitlicen Gründen noch verzichten musste, dauerte letztendlich 6 Stunden und 45 Minuten und schraubte die Zahl derartiger ISS-Einsätze auf 103.

Bildquelle: NASA-Television

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~ von raumfahrt50plus - 13/ Februar/ 2008.

 
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