TOUCHDOWN IN FLORIDA – ATLANTIS GELANDET

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20. februar 2008

Mit zweimonatiger Verspätung spürte der amerikanische Astronaut Daniel Tani am heutigen Mittwoch die Auswirkungen der Gravitation seines Heimatplaneten wieder, als sein Taxi zur Erde, kurz nach halb drei unserer Zeit, die oberen Schichten der Erdatmosphäre berührte. Pünktlich um 15.07 Uhr MEZ lastete dann wieder sein gesamtes Körpergewicht auf ihm. Nach 13-tägigem Flug setze die Raumfähre Atlantis zu diesem Zeitpunkt in einer Bilderbuchlandung auf der Shuttle-Landebahn des Kennedy Space Center an der Ostküste Floridas auf.

Die Astronautenkollegen der Columbus-Mission dürften weitaus weniger Probleme mit der Anpassung an die Erdschwere gehabt haben, als der planmässig abgelöste ISS-Flugingenieur, der letztendlich doch insgesamt 120 Tage auf der Raumstation verbracht hatte. Den Posten von Dan Tani hat nunmehr Léopold Eyharts von der europäischen Weltraumagentur ESA übernommmen. Bis zu seiner Ablösung wird er auf der ISS weiter an der Ausstattung und der Inbetriebnahme des Columbus-Moduls arbeiten. Er eröffnet damit die aktive europäische und auch internationale Ära auf der Raumstation, die ja bisher weitgehend von Russen und Amerikanern betrieben wurde. Eine Ausnahme davon bildete lediglich Thomas Reiter, der bei seinem halbjährigen aufenthalt 2006, erste Vorarbeiten für die Ankunft von Columbus und dem europäischen Transporters ATV geleistet hatte.

Bereits bei der, für nächsten Monat geplanten Shuttle-Mission wird auch Japan endlich in den Genuss kommen, den ersten Baustein seines eigenen Forschungsmoduls“Kibo“ auf der ISS zu installieren. Nach Jahren der Verzögerung und des Wartens nimmt die Raumstation damit endlich diejenigen Formen an, die ihr ihre Planer zugedacht hatten.

Der Anflug der Atlantis nach Florida, erfolgte auf Basis der Bahngeometrie diesmal steil von Südwesten her, über den Pazifischen Ozean, Mittelamerika, entlang der Ostküste Yukatans und dem Westen Cubas, bevor sich die Raumfähre in einer riesigen linksseitigen Kreiskurve über Florida der Landebahn annäherte.

Etwa eine Stunde zuvor hatte die Atlantis ihre Bremsraketen für 2 Minuten und 43 Sekunden gefeuert, um lediglich soviel Geschwindigkeit zu verlieren, dass sie nach 202 Erdumkreisungen seit dem 7. Februar, den Orbit verlassen konnte. Dazu hatten Kommandant Frick und Pilot Pindexter den Orbiter kopfüber fliegend, rückwärts gegen die Flugrichting gedreht, da sich die Lagereglungstiebwerke am hinteren Ende der Fähre befinden. Gegen 14.35 Uhr MEZ war die Flugbahn soweit abgesunken, dass die Atlantis die ersten aerodynamischen Auswirkungen der Erdatmosphäre zu spüren bekam. Zu diesem Zeitpunkt heizten sich die Unterseite, die Flügelspitzen und die Nase des flugzeugähnlichen Raumfahrzeuges bis zu 1100 Grad Celisus auf. Um die Fähre vor dem Verglühen zu schützen und die Wirksamkeit des Hitzeschildes nutzend, flog die Atlantis während dieser Flugphase mit einem Anstellwinkel von etwa 40 Grad durch die oberen Luftschichten. Dabei baute sich schnell Geschwindigkeit und Höhe ab. Und so war der Orbiter bereits eine halbe Stunde später in die Lage soweit abgebremst, dass er mit immer noch zirka 360 Kilometern in der Stunde auf der Landebahn 15 des Kennedy Space Center aufsetzen konnte.

Nach insgesamt 12 Tagen 18 Stunden 21 Minuten und 40 Sekunden hatte die Mannschaft, unter ihnen der deutsche Astronaut Hans Schlegel, wieder Kontakt zur Eroberfläche.

Bildquelle: NASA

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~ von raumfahrt50plus - 21/ Februar/ 2008.

 
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