ENDEAVOUR ERHÄLT STARTFREIGABE FÜR STS-123

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29. februar 2008

Nach zweitägigen intensiven Beratungen haben die verantwortlichen NASA-Manager als Ergebnis des sogenannten Flight Readiness Review Meetings, der Raumfähre Endeavour die Freigabe für ihren nächsten Flug erteilt. Gleichzeitig wurde der 11. März als Datum für den ersten Startversuch bestätigt. Nur ein weiterer direkt daran anschliessendes Startfenster steht der Bodencrew zur Verfügung um das Shuttle von der Rampe zu bekommen. Danach muss ein Zeitfenster für einen Delta-2-Start geschaffen werden, der dazu dient einen weiteren GPS-Satelliten in den Orbit zu befördern.

Darüber hinaus wurde der Endeavour in ihrer Startkonfiguration, abgesehen von ein paar unkritischen technischen Fragestellungen, ein sehr guter Gesamtzustand bescheinigt, so dass, sollte das Wetter mitspielen, einem erfolgreichen Abheben nichts im Wege stehen.

Genaue Analysen der vergangenen Tagen haben außerdem bestätigt, dass von etwaigen Trümmern des vor kurzen vom US-Militär abgeschossenen, ausser Kontrolle geratenem Spionagesatelliten keine Gefahr für die Mission ausgeht.

Die siebenköpfige Crew sieht einem vollgepackten Zeitplan bei ihrer auf 16 Tage terminierten Mission entgegen. Wenn alles nach Plan verläuft, wird die Internationale Raumstation nach Abschluss des Montagefluges um zwei entscheidende Bauteile gewachsen sein. Nach dem Andocken des Orbiters am 13. März soll zunächst der erste Baustein des japanischen Kibo-Labors an der Station installiert werden. Dazu trägt am folgenden Flugtag auch der erste von insgesamt fünf Aussenbordeinsätzen der Astronauten bei. Zwei weitere Exkursionen in den freien Raum dienen hauptsächlich der Montage einer DEXTRE genannten und in Kanada entwickelten Manipulatorstruktur, die ähnlich einer riesigen Hand am Ende des stationseigenen Roboterarm eingesetzt werden kann. Sie wird später auf dem externen Gerüst ausserhalb der Station hochkomplexe Transport- und Montageaufgaben unternehmen können.

Die letzten beiden Ausseneinsätze sind dem Test von Reparatursets und -werkzeugen gewidmet, die helfen sollen, eventuell beschädigte Teile des Hitzeschildes einer Raumfähre für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zu ertüchtigen. Arbeiten, die unbedingt beherrscht werden müssen, wenn die letzte Hubble-Service-Mission gestartet wird, und dann kein „sicherer Hafen“ zur Verfügung steht, wie das bei den Flügen zur ISS der Fall ist.

Ausserdem wird beim letzten EVA-Einsatz jener Roboterarms der Endeavour, welcher der Inspektion des Hitzeschildes dient, vorübergehend an der Raumstation montiert. Diese Maßnahme wurde ins Programm aufgenommen, da bei einem der nächsten Shuttle-Flüge problematische Wechselwirkungen zwischen dem Arm und dem dann in der Nutzlastbucht zu befördernden, weitaus grösseren Teils des japanischen Labors nicht ausgeschlossen werden können.

Laut Flugplan soll die Endeavour, sofern alle Ziele, wie vorgesehen erreicht wurden, am 25. März unserer Zeit von der ISS abkoppeln und etwa zwei Tage später wieder auf der Shuttle-Landebahn des Kennedy-Raumfahrtzentrums in Florida landen.

Bildquelle: NASA

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~ von raumfahrt50plus - 29/ Februar/ 2008.

 
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