ENDEAVOUR GESTARTET

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11. märz 2008 (updates)
by raumfahrt50plus

Hohes Verkehrsaufkommen im All! Nur zwei Tage nach dem erfolgreichen Start des europäischen Raumttransporters ATV Jules Verne, folgte heute morgen die Raumfähre Endeavour in einem Nachtstart mit Bilderbuchcharakter.

Um 07.28 Uhr MEZ zündeten die Triebwerke und hoben die Raumfähre vom Startisch 39A des Kennedy Raumfahrtzentrum. Sämtliche Abläufe der Startphase wurden nach Plan abgespult. Feststoffbooster und Aussentank entfernten sich zu den jeweils vorgesehenen Zeitpunkten vom Orbiter und der Brennschluss der Haupttiebwerke nach etwa acht ein halb Minuten Flugzeit, bedeutete für die Endeavour das Erreichen der Parkumlaufbahn. Wenig später wurden erfolgreich die Lageregelungstriebwerke gezündet und die Fähre in ihre endgültige Umlaufbahn geschossen.

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credit: NASA/Sandra Joseph, Tony Gray, Robert Murray

Nach der Trennung vom Aussentank kam erstmals ein Nikon-Blitzlichsystem zum Einsatz, welches in periodischen Abständen die Hülle des riesigen Treibstoffbehälters illuminierte. Damit wurde es möglich, trotz der herrschenden völligen Dunkelheit, detaillierte digitale Fotografien der mit Schaumstoff ummantelten Aussenhaut zu gewinnen. Diese sollen es den Ingenieuren auf der Erde erleichtern, deren Zustand zubeurteilen.

Bei einer ersten Kurzauswertung von Videoaufnahmen der Aufstiegsphase ließ sich 83 Sekunden nach dem Abheben ein Bruchstück feststellen, welches am rechten Flügel des Orbiters vorbeigeflogen war. Die Crew wurde informiert, dass das Teil die Aussenhaut der Endeavour offensichtlich nicht berührt hatte. Zu diesem frühen Zeitpunkt befand sich die Fähre noch in den tieferen, „dickeren“ Schichten der Erdatmosphäre. Ein Treffer hätte durch die wirkende extreme Abbremsung gegenüber dem beschleunigendem Raumfahrzeug, zu erheblichen Beschädigungen führen können.

Um generelle Klarheit über den Zustand der Aussenhülle der Raumfähre zu gewinnen, wird die Crew später am Tag mittels bordeigenen Analysegeräten einen ersten intensiven Scan des Hitzeschildes durchführen. Dabei wird hauptsächlich der eigens dafür entwickelte Sensorarm zum Einsatz kommen, mit dessen Hilfe auch die Unterseite des Shuttle erreicht werden kann. Vorerst werden die am stärksten während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre hitzebelasteten Teile, wie Flügelvorderkanten und Nasenspitze überprüft.

Kurz nach dem Abheben hatten Telemetriedaten ausserdem ein Problem agezeigt, das mit dem Datenverlust der Düsen des Manöverkontrollsystems zusammen hängt. Wenig später führte einen weiteren Fehler dazu, dass ein Sekundärsystem derjenigen Kühleinheit aktiviert wurde, die dann aktiv ist, wenn die Ladebuchttüren des Orbiters noch geschlossen sind.

LeRoy Cain, Chef des Mission Management Team der NASA, bezeichnete diese Fehler, auf der dem Start traditionell folgenden Pressekonferenz, als minimal und ohne Einfluss auf den weiteren Missionsverlauf.

„Dies ist ein vollständig redundantes System. Es sind diese Art von Dingen, die wir bereits mehrfach während der Beschleunigungsphase versagen sahen…Ich erwarte vollständig, dass wir in der Lage sind, dies zu lösen. Im äußersten Fall stellt es einen Verlust an Redundanz dar.“, sagte Cain.

Bitte informieren sie sich auch in unseren bisherigen Vorberichten oder unserer Hauptseite über die Mission der Endeavour.

Bildquelle Titel: NASA/ Fletcher Hildreth

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~ von raumfahrt50plus - 11/ März/ 2008.

 
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