PRESSEMITTEILUNG VON SPACE EXPO e.V.

PRESSEMITTEILUNG VOM MONTAG, 10. MÄRZ 2008

Projekt Buran

Russische Wissenschaftler entwickelten im Jahr 1976 ein neues Raumfahrtsystem, das der US Space Shuttlesehr ähnlich war. Die neue Raumfähre wurde BURAN genannt, was mit dem Namen „Schneesturm“ übersetztwerden kann. Die russische Buran weist im Vergleich mit der US Space Shuttle nur wenige Unterschiede auf.Sie ist allen voran größer als das amerikanische Pendant. Außerdem war es mit der Buran möglich, unbemannte Weltraumflüge durchzuführen.

Bei der Buran 002 handelt es sich um die Testversion des Shuttles, die mit Triebwerken ausgerüstet, zwischen 1984 und 1988 insgesamt 25 suborbitale Flüge durchführte. Aufgrund der enormen Kosten wurde das russische Buranprojekt nach dem erfolgreichen Weltraumflug 1988 durch den russischen Präsidenten Michael Gorbatschow eingestellt.
Wie kommt nun das Technik Museum Sinsheim/Speyer zur Buran? Die Buran, um die es geht, wurde zur Olympiade 2000 von Russland aus nach Sydney gebracht und dort als Leihgabe in einer Ausstellung der Öffentlichkeit gezeigt. Nach der Ausstellung in Australien kam die Buran zu einer Ausstellung nach Manama/Bahrain. Nach der Ausstellung wurde die Buran im Hafen von Manama auf einem geschlossenen Lagerplatz eingelagert.

Das Museumsteam verfolgt die Buran nun schon seit über 10 Jahren. Es wurde ein Stab für die Buran geformt, so dass das Museum über jeden Schritt, den die Buran machte informiert war. Nach der Ausstellung in Bahrain kaufte das Museum die Buran den russischen Besitzern ab. Im Kaufvertrag war vermerkt, dass die Buran frei von Rechten Dritter sein soll. Nach kurzer Zeit musste das Museumsteam feststellen, dass ein Geschäftsmann aus Singapur Rechte beanspruchte und diese auch vor Gericht in Bahrain geltend zu machen versuchte.

Harte 4 ½ Jahre standen dem Museumsteam bevor. Über 20 einzelne Fälle konnten vor den bahrainischen Gerichten durch alle Instanzen gewonnen werden. Das ganze Museumsteam freut sich, dass in der Geschichte der Space Shuttle Buran endlich ein weiteres Kapitel aufgeschlagen werden konnte. Die Buran wurde in Manama / Bahrain von ihrem Lagerplatz mit zwei Raupenkränen auf ein Schwimm-Ponton verladen. Das Ponton fuhr anschließend an das transportierende Hochseeschiff. Dort wurde die kostbare Fracht mit schiffseigenen Kränen an Bord des Ozeanfrachters gehievt. Dies war für das Museumsteam ein großer Moment.
Unsere Delegation vor Ort, Michael Walter, der Geschäftsführer der Museen, Lorenz Glück, der Justizar der Museen, sowie Holger Hamann, der Cheftechniker des Museums vermeldeten stolz den Erfolg. Das Schiff befindet sich jetzt auf internationalen Gewässern und steuert Europa an. Wenn alles planmäßig verläuft, wird die Buran Ende März in Rotterdam erwartet.

Die Vorbereitungen im Technik Museum Speyer, um die Buran gebührend zu empfangen, laufen auf Hochtouren. Die Buran wird nicht der Witterung ausgesetzt. Um die Raumfähre in der Halle unterzubringen, war es notwendig, eine neue 22 m hohe Museumshalle zu bauen. Das Stahlskelett der Halle ist schon fertig. Nun wird mit Hochdruck daran gearbeitet, Dach und Boden bis zur Ankunft der Buran fertigzustellen. Die gesamte Aktion ist von Seiten des Museums mit knapp 10 Millionen Euro budgetiert.

Advertisements

~ von raumfahrt50plus - 11/ März/ 2008.

 
%d Bloggern gefällt das: