ENDEAVOUR – HITZESCHILD INSPEKTIONEN

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12. märz 2008
by raumfahrt50plus

Die ersten Analysen der Bild- und Filmdokumentationen vom Start der Endeavour hatten, neben einigen kleineren, als nominal eingestuften Bruchstücken im Umfeld des Orbiters, auch zwei intensiver zu untersuchende Ereignisse deutlich gemacht.

Zum einen war 83 Sekunden nach dem Start ein wahrscheinlich vom Tank abgefallenes Teil am rechten Flügel der Fähre vorbeigesegelt und darüber hinaus schien bereits 10 Sekunden nach dem Abheben ein merkwürtiger Einschlag an der Nasenspitze des Shuttle stattgefunden zu haben. Bis dato war nicht klar um was es sich dabei handelte, jedoch legen Vermutungen nahe, dass ein Vogel in die Flugbahn der Endeavour geraten sein könnte.

Unabhängig davon, welcher Art oder Natur das fragliche Objekt auch war, die zu diesem Zeitpunkt erreichten Geschwindigkeiten hätten bei weitem nicht ausgereicht, einen ernsthaften Schaden am Hitzeschild zu verursuchen. Die NASA-Verantwortichen wollten daher derzeit auch garnicht über die Herkunft des Objektes spekulieren, weil wohl offensichtlich Videoaufnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln vorliegen, die es den Technikern gestatten sollten, klar zu definieren, ob die Quelle dafür am Shuttle selbst zu suchen ist oder aber wirklich von ausserhalb kam.

Nichts desto trotz standen am zweiten Flugtag die seit der Columbia Katastrophe eingeführten Untersuchungen des Hitzeschildes auf der Tagesordnung, deren besonderes Augenmerk diesmal natürlich auf Nasenspitze und Flügelkanten des Shuttle gerichtet war. Dazu setzten die Astronauten wie immer den eigens dafür entwickelten, 15 Meter langen Sensorarm ein, der dem eigentlichen Roboterarm der Raumfähre hinzugefügt wurde. Die Addition beider Arme erlaubt es, jeden beliebigen Punkt der Aussenhaut erreichen zu können. Weisse Flecke im Sichtfeld von Astronauten und Bodenkontrolle sind somit nicht mehr gegeben und man hat ziemliche Sicherheit, eventuelle Beschädigungen der sensiblen Bereiche auch wirklich frühzeitig aufzeigen zu können. Das Abtasten der Hülle erfolgte mit einem Laser-Scanner, der sich am äussersten Ende des Sensorarms befindet.

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credit: NASA-TV

Sowohl Orbiternase und Flügelkanten, die bei Wiedereintritt des Shuttle ohnehin zu den am stärksten temperaturbelasteten Zonen des Hitzeschildes gehören, zeigten während der Scans keinerlei Auffälligkeiten oder gar Beschädigungen. Dies deckt sich mit Anzeigen derjenigen Sensoren, die hie im Inneren hinter den Flügelkanten angebracht sind. Diese hatten während der Aufstiegsphase keinerlei auffällige Vibrationen gemeldet, die mit einem externen Einschlag in Verbindung stehen könnten. Weitere optische Untersuchungen zum äusseren Zustand der Hülle folgen dann Morgen, wenn die Endeavour vor den Augen der ISS-Besatzung eine Piruette um ihre Querachse vollführt und dabei alle langbrennweitigen Objektive von dort aus auf sie gerichtet werden.

Weitere Crew-Aktivitäten des heutigen Flugtages waren der Vorbereitung des Andockmanövers an die Raumstation gewidmet. Dazu wurden die dabei zum Ensatz kommenden Ausrüstungen und Systeme gecheckt und in Einsatzbereitschaft versetzt. Darüber hinaus lagerten die Astronauten bereits einen Teil der Fracht, die in die ISS umgeladen wird im Bereich des Kopplungsadapters. Auch wurden die, bei den fünf Außenbordeinsätzen zum Einsatz kommenden Raumanzüge gründlich vorbereitet und gecheckt.

Bitte informieren sie sich auch weiterhin in unseren bisherigen Vorberichten oder unsere Hauptseite über die Mission der Endeavour.

Bildquelle: NASA-TV

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~ von raumfahrt50plus - 12/ März/ 2008.

 
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