BURAN AUF DEM WEG NACH SPEYER

PRESSEMITTEILUNG DES TECHNIK MUSEUM SPEYER

SPEYER / 20.märz 2008

Technik MUSEUM SPEYER erhält ein original Space Shuttle

Das Space Shuttle wurde in Bahrain im arabischen Golf verladen und hat jetzt den Suezkanal passiert. Das Technik Museum Speyer erwartet das Space Shuttle Ende März 2008 in Rotterdam.

Es klingt fast unglaublich: nach dem Erwerb der russischen Concorde (Tupolev 144) und der französischen Concorde, sowie eines Jumbo Jets, können die Technik Museen Sinsheim und Speyer ein weiteres spektakuläres Ausstellungsstück präsentieren. Das russische Space Shuttle BURAN.

Schon allein die Ausmaße sind gigantisch. Das Shuttle ist 17 m hoch, 40 m lang und hat fast 8 m Rumpfdurchmesser. Das Startgewicht betrug 105 Tonnen.

Die Freude der Museumsmacher ist riesig. Der Transport von Rotterdam nach Speyer über den Rhein wird spektakulär.

Die Geschichte des russischen Space Shuttle BURAN

Ähnlich wie bei den Überschallflugzeugen, der russischen Tupolev 144 und der französischen Concorde, die zu gleicher Zeit entwickelt wurden, wobei die Gesetze der Aerodynamik fast identische Flugzeugsilhouetten schuf, ist es bei den Space Shuttles. Das russische Shuttle ist etwas größer als das amerikanische und wurde von russischen Wissenschaftlern ab 1976 entwickelt.

Die russische Raumfähre wurde BURAN genannt, was mit dem Begriff „Schneesturm“ übersetzt werden kann und ist dem U.S. Space Shuttle verblüffend ähnlich.

1988 wurde die BURAN in die Erdumlaufbahn geschossen. Sie legte zwei Erdumrundungen zurück und landete wieder sicher in Baikonour/Kasachstan. Die russischen Weltraumbehörden sind sehr stolz darauf, dass das Shuttle ohne Kosmonauten geflogen werden konnte. Es wurde vom Boden aus ferngesteuert.

Die Entwicklungskosten waren enorm. Neben der wissenschaftlichen Nutzung (vor allem als Versorgung der Raumstation MIR), wurde auch eine militärische Nutzung ins Kalkül gezogen. Die BURAN sollte fähig gemacht werden, feindliche Satteliten einzusammeln. Die Arbeiten am BURAN Projekt wurden nach der Auflösung der Sowjetunion aus Kostengründen eingestellt.

Die amerikanischen Space Shuttle sind nach wie vor im Einsatz und sind daher für das Technik Museum noch nicht erhältlich.

Die Geschichte der BURAN 002 für das Technik Museum Speyer

Das Space Shuttle war im Besitz des russischen Raumfahrtunternehmens NPO Molniya, dem Entwickler und Hersteller der Raumfähren. Ein australisches Konsortium schaffte es, das Shuttle im Jahr 2000 zu den Olympischen Spielen nach Sydney zu bringen, wo die Raumfähre mit anderen Ausstellungsstücken der Öffentlichkeit gezeigt wurde.

Ein halbes Jahr später endete die Ausstellung in Australien. Anstatt das russische Shuttle in seine Heimat zurück zuführen wurde es nach Manama in Bahrain gebracht und im Rahmen des Sommerfestivals 2002 ausgestellt. Am Ende dieser Ausstellung kam das Shuttle auf einen Lagerplatz im Hafen von Manama/Bahrain.

Wie kamen die Technik Museen Sinsheim/Speyer zu dieser BURAN?

Die Technik Museen Sinsheim & Speyer werden von einem gemeinnützigen Verein, mit weltweit über 2.000 Mitgliedern, getragen. Ziel des Vereins ist es, die technischen Kulturgüter der Nachwelt zu erhalten und das Interesse an technischen Entwicklungen zu fördern.

Die Museen finanzieren sich ausschließlich aus den Eintrittsgeldern der Besucher, sowie aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Überschüsse kommen direkt den Museen zugute und werden re-investiert.

Vor über 10 Jahren berichtete ein Museumsmitglied deutscher Abstammung aus Australien, dass ein russisches Space Shuttle nach Sydney kommen soll. Sofort wurde ein Konsortium gebildet von freiwilligen und ehrenamtlich tätigen Mitgliedern, die dann die BURAN jahrelang im Auge behielten.

Als dann das Space Shuttle auf dem Lagerplatz in Bahrain angekommen war, war der Zeitpunkt günstig diese BURAN zu kaufen. Die russischen Eigentümer waren von der Idee begeistert, dass die Raumfähre in einem der namhaftesten Museen Deutschlands Platz finden wird. Als man die BURAN verladen wollte gab es plötzlich Schwierigkeiten (ein Helfer des australischen Konsortiums), ein Geschäftsmann aus Singapur meldete plötzlich Eigentumsrechte an und klagte diese vor Gericht ein. Es folgte ein 4 ½ jähriges juristisches Gefecht. Alle Klagen der Gegenpartei wurden in erster Instanz in der Berufung und in der Revision abgewiesen. Nach 4 ½ Jahren Kampf konnte die BURAN jetzt endlich verladen und abtransportiert werden.

Der Dank des Museums-Teams geht sowohl an die russische als auch an die deutsche Botschaft in Bahrain. Beide Botschaften haben das Verfahren aktiv unterstützt. Darüber hinaus gilt der Dank den Justizbehörden und der Regierung des Königreichs Bahrain.

Der spannende Transport der russischen Space Shuttle BURAN ins Technik Museum Speyer

Am Donnerstag, 6. März 2008 wurde die Raumfähre in Manama / Bahrain verladen. Der Rumpf des Space Shuttle wurde in den Schiffsbauch gehievt, die Flügel kamen auf Deck. Unspektakulär am frühen Morgen um 05.30 Uhr Ortszeit stach das Schiff mit dem Space Shuttle in den arabischen Golf.

Um vom Lagerplatz zum Ozeanfrachter zu gelangen, wurde die BURAN zuvor auf einen Ponton verladen. Von dort hievte das Schwerlastschiff die Raumfähre mit bordeigenen Kränen an Deck.

Die Reise ging dann über den Arabischen Golf, den Golf von Aden und das Rote Meer Richtung Suez. Zur großen Freude des Museums-Teams hat das Schiff den Suezkanal hinter sich gelassen und befindet sich jetzt im Mittelmeer mit Kurs auf die Strasse von Gibraltar. Anschließend fährt es an Portugal und Frankreich vorbei durch den Englischen Kanal bis nach Rotterdam.

In Rotterdam wird das Shuttle für den Landtransport vorbereitet. Die Hochseetransportgestelle müssen abgeändert werden, um später das Shuttle mit einem Tieflader transportieren zu können. Danach wird die Raumfähre auf ein Ponton-Schiff geladen, das als Schubverband von Rotterdam bis Speyer den Rhein befahren wird.

Die Ankunft in Speyer wird in der zweiten April Woche erwartet.

Wie wird das russische Space Shuttle BURAN im Technik Museum Speyer der Öffentlichkeit präsentiert?

Im Technik Museum Speyer entsteht eine neue Museumshalle mit 22 Metern Höhe und 9000 m² Ausstellungsfläche. Unter Hochdruck werden zur Zeit die Wandverkleidungen und das Dach der Halle fertig gestellt. Sobald der Hallenboden fertig ist, wird die Raumfähre in die neue Halle gestellt, um dort die Flügel, die Fahrwerke, die Instrumente und das Seitenleitwerk wieder anzubauen um alles ausstellungsfähig zu machen. Parallel dazu wird die Ausstellung „Apollo and Beyond“ des Space Expo e.V. vorbereitet und aufgebaut.

Das Museum plant, mit allen Arbeiten bis Mitte des Sommers fertig zu sein. Viele Mitglieder und Freunde des Museums freuen sich jetzt schon, das Space Shuttles aus nächster Nähe zu sehen.

Zahlreiche, bereits vorhandene Ausstellungsstücke wie Raumanzüge, Satellitenmodelle, ISS-Arbeitsanzüge und Weltraumnahrung aus der Raumstation ISS, werden dann ebenfalls in der neuen Halle der Öffentlichkeit präsentiert.

Schon jetzt zeigen die beiden IMAX Filmtheater in Sinsheim und Speyer spektakuläre Raumfahrtfilme auf der gigantischen IMAX Leinwand. Das Programm an Weltraumfilmen wird zukünftig ebenfalls ausgebaut.

Das Museumsteam freut sich über das grosse Interesse der Bevölkerung, das diesem Projekt entgegen gebracht wird und hofft auf einen reibungslosen Transport.

Quelle: www.museumspeyer.de

R50+ : Weitere Informationen erhalten sie HIER oder auf unserer Buran-Sonderseite.

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~ von raumfahrt50plus - 20/ März/ 2008.

 
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