SOYUZ TMA-11 CREW WOHLAUF NACH BALLISTISCHEM WIEDEREINTRITT

•19/ April/ 2008 • Kommentare deaktiviert für SOYUZ TMA-11 CREW WOHLAUF NACH BALLISTISCHEM WIEDEREINTRITT

19. april 2008 *** by raumfahrt50plus

Die Mannschaft der Expedition 16 Peggy Whitson und Yuri Malenchenko landete heute morgen gegen 10.30 Uhr MESZ, gemeinsam mit der südkoreanischen Raumfahrerin So-yeon Yi, etwa 420 km entfernt von der eigentlich vorgesehenen Landestelle in Kasachstan.

Nach bisher vorliegenden Erkenntnissen geriet die Soyuz-Kapsel während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre auf eine sogenannte ballistische Abstiegsbahn. Diese fällt jedoch in der Regel wesentlich steiler aus, als die kontrollierte Flugbahn, bei der die Computer der Soyuz die Lageregelung der Kapsel übernehmen. Daher liegt die neue Landestelle auch hunderte Kilometer weiter westlich als geplant, da die Flugrichtung von Raumflugkörpern von West nach Ost verläuft. 

So wie es derzeit aussieht, hat die Crew selbst wohl zuerst garnicht bemerkt, dass ihr Schiff auf die ballistische Eintrittskurve „umgeswitcht“ ist. Während dieser Art der Landung steigen die auf die Raumfahrer wirkenden G-Kräfte stark an, was aber in der Regel weitgehend unproblematisch ist, da sie sich in einem Rahmen abspielen, den kurzzeitig sogar untrainierte Personen überstehen könnten.

Prinzipiell stellt ein ballistischer Verlauf der Eintrittsflugbahn eine Situation dar, die von der Flugkontrolle als nicht normal bewertet wird, auch wenn dieser Fall bereits mehrfach in der Vergangenheit eingetreten ist. Der heutige Vorfall stellt bereits den dritten derartigen Landevorgang einer Soyuz-TMA-Kapsel in den letzten fünf Jahren dar. Bereits Soyuz TMA-1 und TMA 10 „stürzten“ auf diese ungeplante Weise zur Erde zurück. Gründe für die heutige außerplanmässige Landung sind derzeit noch nicht bekannt und werden in den nächsten Wochen sicher weiterführende Untersuchungen nach sich ziehen.

Da die Bergungsteams über 400 km entfernt von der letztendlichen Landestelle auf die Soyuz „warteten“, dauerte es länger als gewöhnlich, bis Einsatzkräfte vor Ort waren, um die Kapsel zu sichern und die Mannschaft aus der Enge der Kabine zu befreien. Yuri Malenchenko hatte sich kurz nach dem Aufsetzen per Satelliten-Telefon mit der Flugleitzentrale in Verbindung gesetzt und mitgeteilt, dass alle Besatzungsmitglieder wohlauf sein. Aber auch die nominale Funkkverbindung war zusammengebrochen, und so dauerte es trotz allem eine nervenaufreibende dreiviertel Stunde, bis Gewissheit über den Zustand der Mannschaft bestand.

Ein entlang der Abstiegsbahn stationierter Bergungshubschrauber hatte die Kapsel dennoch recht schnell endeckt. Daher vergingen nicht, wie zuerst noch befürchtet, Stunden des Wartens, bevor Malenchenko, Whitson und Yi geborgen werden konnten. Alle drei sind nach bisherigen Berichten bei guter Gesundheit.

Whitson und ihr russischer Kollege Malenchenko hatten insgesamt über 191 Tage auf der Internationalen Raumstation verbracht und damit ihre persönlichen Weltraumaufenthaltszeiten auf 377, beziehungsweise 515  Tage hochgeschraubt. Whitson ist damit seit dieser Woche alleinige U.S.-Rekordhalterin.

Informieren Sie sich bitte auch auf unserer Soyuz-TMA-11 Seite

Bildquelle: alle Fotos AP Photos/floridatoday 

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SOYUZ TMA-11 AUF DEM RÜCKWEG ZUR ERDE

•19/ April/ 2008 • Kommentare deaktiviert für SOYUZ TMA-11 AUF DEM RÜCKWEG ZUR ERDE

19. april 2008 *** by raumfahrt50plus

Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Bericht von der Bergung der Besatzung

Willkommen auf der Erde Yuri Malenchenko, Peggy Whitson und So-yeon Yi!!!

11.20 Uhr MESZ:

Der Bergungshubschrauber ist vor Ort! Die Mannschaft ist in guter Verfassung! 

11.15 Uhr MESZ:

Die Bergungskräfte sind gelandet und haben das Gebiet um die Kapsel gesichert.

11.10 Uhr MESZ:

Das nervtötende Warten hat endlich ein Ende! Trotz der Kursabweichung scheint alles mit der Crew und der kapsel in Ordnung zu sein. Die Bergungskräfte für ballistische Landungen haben die Kapsel entdeckt. Die Abweichung vom Kurs ist enorm, bisher gibt es jedoch noch keine definitiven Hinweise auf einen ballistischen Wiedereintritt.

11.08 Uhr MESZ:

Laut NASA-Kommentator haben die Rettungskräfte die Kapsel in Sicht und Yuri Malenchko hat sich über Satellitenkommunikation gemeldet. Die Crew sei ok !!!

11.06 Uhr MESZ:

ISS-Kommandeur Volkov wird gerade informiert, dass die Kapsel 475 km westlich des Zielpunktes gelandet sei und Bergungskräfte auf dem Weg zu der festgestellten Landezone sind.

11.00 Uhr MESZ

Eine halbe Stunde nach der geplanten Landezeit besteht immer noch keine Verbindung zur Raumkapsel oder der Crew. Inzwischen verdichten sich die Anzeichen für einen ballistischen Wiedereintritt. Die ist kein unbekannter Vorgang bei Soyuz-Landungen. Er führt aber in der Regel zu Abweichungen vom Kurs und zu Landepunkten weit entfernt von den Bergungskräften. Helikopter sind auf der Suche östlich vom eigentlichen Landegebiet. 

10.53 Uhr MESZ:

Auf dem riesigen Kontrollschirm im MCC Moskau wird „Landung hat stattgefunden“ angezeigt. Ein gutes Zeichen ???

10.50 Uhr MESZ:

Es gibt Anzeichen für eine Abweichung des Landepunktes zwischen 40 und 60 km östlich von der vorberechneten Stelle. Da auch die Kommunikation zur Kapsel nicht funktioniert, sind die Such- und Bergungsmannschaften auf visuellen Kontakt angewiesen. Es gibt noch keine offizielle Bestätigung.

10.42 Uhr MESZ:

Der neue ISS-Kommandeur Sergej Volkov erkundigt sich gerade nach der Landung der TMA-11. Das Flugleitzentrum teilt ihm mit, dass noch keine Verbindung zur Landekapsel besteht. 

10.35 Uhr MESZ:

Die Landung sollte inzwischen stattgefunden haben. Dem Flugleitzentrum ist es jedoch noch nicht gelungen, die Funkverbindung zur Kapsel wieder herzustellen. Die Landung wurde auch noch nicht offiziell bestätigt.

10.10 Uhr MESZ:

Auf ihrer Abstiegsbahn werden zu diesem Zeitpunkt die drei einzelnen Module der Soyuz voneinander getrennt. Nur die eigentliche Rückkehrkapsel selbst, mit der Crew an Bord, kehrt kontrolliert zur Erde zurück. Das frontseitige Orbitalmodul wird ebenso abgesprengt, wie das rückwertige Servicemodule, in welchem sich alle Triebwerks- und technischen Versorgungseinrichtungen des Raumschiffs befinden. Beide Module verglühen in der Erdatmosphäre. Sie besitzen keinen Hitzeschild wie die Rückkehrkapsel.

10.00 Uhr MESZ:

Die Rückkehrkapsel hat nun noch eine halbe Stunde bis zur Landung in Kasachstan zurückzulegen. Alle Vorkehrungen an der vorberechneten Landestelle sind abgeschlossen, die Bergungsmannschaften stehen bereit.

09.40 Uhr MESZ:

Yuri Malenchenko, Peggy Whitson und So-yeon Yi sind nun endgültig auf dem Rückweg zur Erde. Die Triebwerkszündung zum Verlassen der Umlaufplan hat wie geplant stattgefunden. Für zirka fünf Minuten feuerten die Paketenmotoren der Soyuz TMA-11 mit aller Energie in Flugrichtung, so dass sich ihre Geschwindigkeit derart verringerte, dass sie sich nicht mehr im Orbit halten kann und nun gezielt und auf einer vorberechneten Abstiegsbahn zur Erde zurück fällt.

Alle Systeme des Raumschiffs arbeiten laut den eingehenden Informationen aus dem Flugleitzentrum in Koroljov bei Moskau weiter nominal.

08.00 Uhr MESZ: 

Seit etwa 04.45 Uhr MESZ befinden sich die Crewmitglieder der Expedition 16 und die die erste Südkoreanerin im All nunmehr in der Rückkehrkapsel ihres Raumschiffes Soyuz TMA-11.

Zuvor hatten sich Peggy Whitson, Yuri Malenchenko und So-yeon Yi herzlich und bewegend von den Nachfolgern auf der Station, Sergej Volkov, Oleg Kononjeko und ihrem bisherigen Mitstreiter Garrett Reisman verabschiedet.

Anschließend hatten die Kosmonauten und Astronauten, alle Hände voll zu tun, die Systeme der Soyuz zu aktivieren und auf das bevorstehende Ablegemanöver vorzubereiten.

Reichlich zwei Stunden später waren alle Checklistenpunkte abgearbeitet und die Verbindungen und mechanischen Verbindungen zwischen der Soyuz und der Internationalen Raumstation lösten sich.

Mit Yuri Malenchenko, als Kommandant der TMA-11 an der Steuerung entfernte sich das russische Raumschiff ganz langsam von seinem Kopplungsstutzen am Zarya-Modul.

07.06 Uhr MESZ lautete die genaue Uhrzeit als die Soyuz nach sechs Monaten gemeinsamen Flug wieder von der ISS ablegte. Kurz darauf erfolgte die erste wichtige Triebwerkszündung des Raumschiffs, die es endgültig aus der näheren Umgebung der Raumstation beförderte.

Nächster entscheidender Programmpunkt während des heutigen Fluges zurück zur Erde, in die kasachische Steppe, wird gegen 09.40 Uhr MESZ die Hauptbremszündung zum Verlassen der Umlaufbahn sein.

Informieren Sie sich bitte auch auf unserer Soyuz-TMA-11 Seite

Bildquelle: alle Fotos NASA TV

SOYUZ TMA-11 BEREIT FÜR RÜCKKEHR / WHITSON MIT US-REKORD

•18/ April/ 2008 • Kommentare deaktiviert für SOYUZ TMA-11 BEREIT FÜR RÜCKKEHR / WHITSON MIT US-REKORD

18. april 2008 *** by raumfahrt50plus

Peggy Whitson, Kommandeurin der Expedition 16, und erste Frau auf dem Posten des Chefs einer Langzeitcrew der Internationalen Raumstation, übergab gestern in einer kleinen Zeremonie das Kommando des Orbitalkomplexes an ihren Nachfolger, den russischen Kosmonauten Sergej Volkov.

Nach sechs Monaten im All wird Whitson, zusammen mit dem zweiten Mitglied der Kernmannschaft von Expedition 16 Yuri Malenchenko, am Samstag im Raumschiff Soyuz TMA-11, das die Beiden bereits im Oktober 2007 zur ISS gebracht hatte, wieder zur Erde zurückkehren. Begleitet werden sie dabei von der ersten südkoreanischen Raumfahrerin So-yeon Yi, die vor rund einer Woche mit Soyuz TMA-12 und der Kernmannschaft von Expedition 17 zur Station aufgebrochen war. Der Gastaufenthalt der 29-jährigen neigt sich damit wie geplant dem Ende zu.

U.S.-Astronaut Garrett Reisman, der seit dem letzten Shuttleflug im März auf der Station weilt, wird nunmehr offizielles Mitglied der 17ten Langzeitcrew, und bis zu seiner Rückkehr im Juni zusammen mit Segej Volkov und Oleg Kononjenko als Flugingenieur auf der ISS arbeiten und forschen.

Whitson, die bereits zum zweiten mal Mitglied einer Langzeitmannschaft war, erreichte diese Woche außerdem einen neuen U.S.-amerikanischen Rekord, nachdem sie, während ihrer beiden Flüge, nunmehr bereits insgesamt 374 Tage im Weltall (am Ende der Mission werden es 377 Tage sein) verbracht hat. Sie löste damit Michael Foale ab, der nach seinen sechs Flügen bisheriger Spitzenreiter in dieser Wertung war. Gesamtrekordhalter ist der russische Kosmonaut Sergej Krikalev, der es bereits auf die erstaunliche Zahl von 803 Alltagen gebracht hat.

Expedition 16 war sicher einer der ereignisreichsten in der nunmehr fast 10-jährigen Geschichte der ISS, während deren Aufenthalt sich die multnationale Station wie kaum zuvor verändert und vergrößert hat. Angefangen von der Instatallation des zweiten Knotenmoduls Node 2/ Harmony und der Umverlegung der riesigen P6-Solarzellenstruktur, über die Lieferung des europäischen Labors Columbus, sowie des ersten japanischen Bausteins zum Kibo-Modul, bis hin zum Andocken des ersten europäischen Raumtransporters AtV Jules Verne, war die Mission von sich ständig ablösenden Highlights geprägt.

Sergej Volkov würdigte dies als er während der Kommandoübergabe bemerkte: „Wir danken Euch für solch eine herrliche Station, eine schöne Station…Wir wünschen Euch eine sichere Rückkehr und viel Glück.“

Die Landung von Soyuz TMA-11 ist am Samstag, den 19. April für etwa 10.30 Uhr unserer Zeit geplant. Die Luken zur ISS sollen gegen 4 Uhr geschlossen werden und 3 Stunden später koppelt die Soyuz, die während des letzten halben Jahres die Funktion des Rettungsschiffes der Station erfüllte, vom Zarya-Modul ab.

Informieren Sie sich Bitte auch auf unserer Soyuz-TMA-11 Seite.

Bilder: NASA / NASA TV

BURAN ERREICHT TECHNIK MUSEUM SPEYER

•12/ April/ 2008 • Kommentare deaktiviert für BURAN ERREICHT TECHNIK MUSEUM SPEYER

12. april 2008 *** by raumfahrt50plus

Am Ende gab es Champagner. Am Nachmittag steht die Raumfähre endlich auf dem Gelände des Technik Museum Speyer. Dessen Chef und Mitinitiator der gesamten Aktion, Hermann Layher, versammelte die Seinen und all diejenigen, die den Transport des russischen Buran-Prototyps in den letzten Wochen möglich gemacht hatten, um sich, um sich bei ihnen für die Anstrengungen dieser Tage zu bedanken. Großer Dank galt dabei vorallem am heutigen Tag, den Verantwortlichen, Fahrern und Mitarbeitern der Spedition Kübler, die seit den frühen Morgenstunden damit beschäftigt waren, die Buran zu erst aus dem Wasser und später auf dem Landweg von Naturhafen bis zum Museum in Speyer zu bugsieren.

DER TAG IN SPEYER

Seit dem Sonnenaufgang bereits herrscht reges Treiben im Naturhafen von Speyer, in dem am Freitag der Pontonzug mit der russischen Buran OK-GLI eigetroffen war. Langsam Treffen auch die vielen Journalisten und Gäste ein, die das Geschehen hautnah miterleben wollen.

Derweil sind die Mitarbeiter der Spedition Kübler, der holländischen Firma Van der Wees, die den Rheintransport abgewickelt hat und des Kranunternehmens Scholpp mit den Vorbereitungen für das Abladen aller Buran-Teile beschäftigt. Dies wird in Abschnitten erfolgen, damit die gesamte Transportkolonne, mit insgesamt vier Trucks, rechtzeitig zu der im Ablaufplan vorgesehenen Uhrzeit, zur Abfahrt bereit stehen kann.

Wie raumfahrt50plus von Heinz Rössler, dem Chef der Firma Kübler, erfährt, steht für den eigentlichen Straßentransport nur ein sehr eng begrenztes Zeitfenster zur Verfügung. Der Weg des Lindwurms der Fahrzeuge wird später die Ausfahrt eines großen, überregional arbeitenden Paketzentrums der Deutschen Post kreuzen. Jede Stunde Ausfall führt hier zu gravierenden Verzögerungen im Verteilsystem. Deshalb wurde vorab gemeinsam ein Zeitraum ausgehandelt, zu dem der Buran-Transport überhaupt stattfinden kann.

Nichts desto trotz gehen die Arbeiten mit einer erstaunlichen Ruhe und Gelassenheit von statten. Zuerst wird die linke Tragfläche von ihren, am Ponton verschweißten Transportverstrebungen und Haltern getrennt. Während dessen hängt sie bereits am Kranhaken. Als sämtliche Verbindungen mittels Schweißbrenner gelöst sind, schwebt sie frei über dem Schiff und wird anschließend zum ersten Sattelzug geschwenkt.

Es ist inzwischen bereits fast 11 Uhr als sich der riesige Flügel auf die Ladefläche senkt und dort verzurrt wird. Einige Fernsehsender berichten stundenweise live vom Fortgang der Arbeiten. Überhaupt ist das Interesse wieder riesig. Das schöne Wetter und die Buran haben viele Leute aus der Umgebung angelockt, die das Geschehen rund um den Naturhafen persönlich mitverfolgen wollen. Stundenlang harren sie interessiert aus. Viele Kinder sind dabei, die mit großen Augen das Entladen des russischen Shuttle bestaunen.

Eine Stunde nach der ersten, ist auch die zweite Tragfläche am Haken und bald darauf auf dem zweiten Truck verladen.

Anschließend wird der Ponton vorbereitet. Eine Rampe wird über seine gesamt Breite installiert. Über diesen soll die Zugmaschine, die bereits seit Rotterdam auf dem Schiff steht, den 16-achsigen Tieflader vom Bord ziehen. Dies kann jedoch erst einmal nur in sehr kurzen Fahrabschnitten geschehen. Der Tieflader muss ständig per elektronischer Waserwaage in der Waagerechten gehalten werden. Mehr als 4 Grad darf die Raumfahre nicht aus der Horizontalen geraten. Aber auch der Ponton selbst wird auf die Entlastung beim Verlassen seiner bisherigen tonnenschweren Fracht vorbereitet. Damit er durch seinen Auftrieb nicht wie ein Delfin aus dem Wasser schießt, füllt man seine Ballasttanks Schritt für Schritt mit Rheinwasser.

Nun kommt die große Stunde von Frieder Saam, dem Fahrer, der den Sattelzug von der Fähre und dann über die Straßen ins Museum steuern wird. Meter für Meter bewegt er das Gespann mit dem Rumpf der Buran vorwärts. Immer wieder gibt es längere Pausen zum Ausrichten der hyraulisch verstellbaren Achsen und zum Befüllen des Pontons.

Vollständig an Land wird es für Fahrer und Gefährt dann gleich wieder schwierig. Der gesamte Lastzug muss um fast 90 Grad in die endgültige Fahrtrichtung gedreht werden. Viel Platz zum Rangieren bleibt dabei nicht. Am Heck des Aufliegers ist der Hochwasser führende Rheinarm nicht weit entfernt und der Boden durchfeuchtet. Aber alles läuft glatt. Als dann auch noch das Seitenleitwerk auf einem separaten Truck verladen ist, ist der Konvoi komplett.

Nun ist es endlich soweit. Die Kolonne formiert sich. Voraus eskordiert die Polizei, an den Seiten schirmen viele Mitglieder des technischen Hilfswerks den gefährlichen Bereich mit einer Seilkette ab.

Es ist Nachmittag, als sich sämtliche Räder des Transports zu drehen beginnen. Ein kleines Waldstück ist zu durchqueren und dann hat man die Straßen Speyers unter sich. Und überall tausende begeisterte Zuschauer. Sie bilden ein dichtes Spalier, um die Buran zu begleiten. Polizei und THW haben alle Hände voll zu tun, die Menschen aus dem Gefahrenbereich zu zu bewegen. Die Tragflächen ragen weit über die eigentlichen Ladeflächen der Sattelauflieger hinaus. Aber es herrscht auch viel Disziplin, neben all dem Interesse und so kommt es zu keinerlei Zwischenfällen. Besonders spektakulär sind die Kurvendurchfahrten, wenn die Fahrzeuge abbiegen müssen. Dabei wird es zwar immer knapp, aber auch hier war alles so gut vorbereitet und geplant, dass nichts passiert.

Vier Kilometer Gesamtstrecke muss die Buran noch hinter sich bringen. Es sind die letzten einer Odyssee, die den Raumgleiter von Moskau, wo er gebaut wurde, über Baikonur, wo er geflogen und getest wurde, über seine Austellungsorte Sydney und Bahrein, über das Rote Meer, den Suezkanal, die Straße von Gibraltar nach Rotterdam und letztendlich, vorbei an Tausenden, über den Rhein bis nach Speyer gebracht hat.

Die Buran OK-GLI ist gelandet!

Aber auch hier ist noch nicht Schluss. Im September, wenn alles wieder vollständig zusammengesetzt, gereinigt und restauriert sein wird, dann erst findet der Prototyp der ersten russischen Raumfähre seinen endgültigen Platz, als Herzstück und Hauptattraktion der grössten europäischen Ausstellung zum 50. Jahrestag der bemannten Raumfahrt in der riesigen neuen Präsentationshalle des Technik Museum Speyer.

Apollo and Beyond wirft seine Schatten voraus und wird sicher ab dem Herbst wieder tausende begeisterte Musumsgänger anlocken. Und viele von denen, die dann kommen, werden sich an die aufregenden Tage im April erinnern, als sie dabei waren den grossen schwarz-weißen Vogel auf seiner letzten grossen Reise zu begleiten.

Alle Bilder: (c) 2008 raumfahrt50plus

Weitere Details können alle Sie auf den Buran-Sonderseiten oder den Sonderseiten vom Transport von raumfahrt50plus einsehen.

Weitere sehr umfassende Informationen erhalten Sie wenn Sie deen Transport-Blog von KOSMOLOGS verfolgen.

SOYUZ TMA-12 DOCKT AN

•10/ April/ 2008 • Kommentare deaktiviert für SOYUZ TMA-12 DOCKT AN

08. april 2008 *** by raumfahrt50plus

Die Jagd hatte in Kasachstan begonnen, hunderte Kilometer über Kasachstan endete sie heute auch. Reichlich zwei Tage hatte das russische Soyuz TMA-12 Raumschiff gebraucht, um nach seinem Start vorgestern, die Internationale Raumstation einzuholen.

Kommandeur Sergey Volkov, Sohn des berühmten russischen Kosmonatauten Alexander Volkov, steuerte Die Soyuz gefühlvoll an den Pirs-Andockstutzen am russischen Teil der Raumstation. Um 14.57 Uhr MESZ hatten die beiden Raumfahrzeuge Kontakt und anschließend verbanden die automatischen Kopplungsmechanismen beide so fest und dicht miteinander, dass die Besatzung nur wenig später aus der engen Kapsel der Soyuz in die geräumige ISS schweben konnte.

An der offenen Luke wurden die drei Kosmonauten von der derzeitigen Langzeitbesatzung der Raumstation erwartet und mit Umarmungen herzlich begrüßt. Nach sechs Monaten im All werden Peggy Withson und Yuri Malenchenko von Sergey Volkov und Oleg Kononjenko abgelöst. Die Südkoreanerin So-yeon Yi, erste Raumfahrerin ihres Landes, wird in einer Woche, zusammen mit Malenchenko und Whitson, in der bisherigen Rettungskapsel Soyuz TMA-11 zur Erde zurückkehren. Das regelmäßige Austauschen der Soyuz-Schiffe ist einer der Hintergründe, für die aller sechs Monate stattfindenden Taxi-Flüge. Inzwischen werden aber auch die Stammbesatzungen der ISS in diesen Rhythmus mit dem russischen Fluggerät zum orbitalen Außenposten befördert.

Gerrett Reissman, das dritte Mitglied der bisherigen Crew auf der ISS und letzten Monat mit der Endeavour „angereist“, wird beim nächsten Space Shuttle Flug den Rückweg zur Erde antreten. Läuft alles nach Plan, so hat er Anfang Juni diesen Jahres wieder festen Boden unter den Füßen.

Als erste Aktion nach dem Andocken stand für die nunmehr gemeinsame Mannschaft eine Pressekonferenz auf dem Plan, bei der vorallen So-yeon Yi enthusiastisch von ihrern Landsleuten als Traum von Korea gefeiert und beglückwünscht wurde.

Die alte Mannschaft wird nun in der kommenden Woche die neuen Bewohner der ISS mit allen Systemen, Sicherheitsabläufen und sonstigen Routineprozeduren vertraut machen, so dass diese für das nächste halbe Jahr auf der Station gerüstet sind. Wenn sie im Oktober zur Erde zurückkehren, wird der Orbitalkomplex, geht alles wie vorgesehen über die Weltraumbühne, um den Haupteil des japanischen Kibo-Labors gewachsen, und somit seiner endgültigen Konfiguration um einen entscheidenten Schritt näher gekommen sein.

Bildquelle: NASA TV

Für weitere Informationen besuchen Sie auch bitte unsere Soyuz TMA-12 Seite.

SOYUZ TMA-12 INS ALL GESTARTET

•8/ April/ 2008 • Kommentare deaktiviert für SOYUZ TMA-12 INS ALL GESTARTET

08. april 2008 by raumfahrt50plus

Um 13.16 Uhr MESZ zündeten heute die Triebwerke eines der zuverlässigen Arbeitstiere der russischen Raumfahrt. Nur Sekunden vergingen und der Schub war soweit hochgefahren und stabil, dass die Soyuz-FG Rakete genügend Kraft entwickelte, um den Starttisch von Komplex 1 des Kosmodroms in Baikonur zu verlassen. In ihrer Nutzlastspitze befand sich das zwölfte Raumschiff der Soyuz TMA-Serie mit den Kosmonauten Volkov, Kononjenko und die Südkoreanerin So-Yeon Yi.

Der gesamte Startvorgang und der Aufstieg in die Umlaufbahn verliefen, wie nunmehr schon seit Jahren üblich, ohne Schwierigkeiten. Die Stufentrennungen erfolgten planmässig. Nach Brennschluss und Abwurf der letzten Stufe, schwenkte das Soyuz-Schiff in die Erdumlaufbahn ein, wo schon wenig später, die zur Energieversorgung der Kapsel lebensnotwendigen Solarzellenflächen ausgefahren werden konnten.

Sie Soyuz befindet sich nun auf einer zirka zweitätigen Hatz auf die Internationale Raumstation. Nach verschiedenen Bahnanpassungsmanövern soll sie diese am Donnerstag erreichen und am dortigen Pirs-Docking-Modul festmachen.

Damit dies auch stattfinden kann, wurde gestern der entsprechende Kopplungsadapter freigemacht und das bisher dort angedockte Progress M-63 Transportschiff legte ab. Als 28ter ISS-Versorgungsfrachter seiner Baureihe war er wieder mit vielen Abfallmaterialien und Verbrauchstoffen beladen wurden, die beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zusammen mit dem gesamten Raumschiff verglühen werden.

Besuchen Sie auch bitte unsere Soyuz TMA-12 Seite.

Bildquelle: ROSCOSMOS/ RT/ NASA TV

BURAN OK-GLI / TRANSPORT AUF DEM RHEIN NACH SPEYER

•7/ April/ 2008 • Schreibe einen Kommentar

P H O T O W E T T B E W E R B

Unser Photowettbewerb läuft weiterhin während des gesamten Transportes der Buran OK-GLI nach Speyer. Schicken Sie uns gerne Ihre Bilder von der Räumfähre. Wir werden sie dann auf unserer Sonderseite veröffentlichen. Außerdem haben Sie die Chance einen interessanten Überraschungspreis zu gewinnen, der im direkten Zusammenhang mit der Buran steht. Wie Sie teilnehmen können, erfahren Sie auf

raumfahrt50plus

UPDATE ZUM VERLAUF DES TRANSPORTS:

Bild: (c)2008 raumfahrt50plus

10. april 2008
by raumfahrt50plus

Der letzte Tag auf dem Fluss

Als der Pontontransport mit dem russischen Raumfährenprototypen Buran OK-GLI am Morgen Nierstein verließ, war klar, dass die Schaulustigen auch heute wieder auf eine harte Probe gestellt würden. War das Wetter an den ersten Tagen der Fahrt auf dem Rhein, in Holland und Deutschland, noch weitgehend schön gewesen, so hatte es sich in den letzten Tagen immer mehr verschlechtert.

Aber trotz dass der Regen heute wie aus Kübeln auf die Raumfähre niederprasselte, waren wieder Tausende auf den Beinen, um sich das einzigartige Spektakel am letzten Tag der Überführung auf dem Wasser anzuschauen. Seit seiner Verschiffung in Manama im Wüstenstaat Bahrein am 06. März diesen Jahres hatte sich der Raumgleiter fast ausschließlich auf dem für ihn fremdesten aller Elemente befunden.

Doch heute neigte sich diese aufregende Reise ihrem Ende zu, als der Schubverband fast genau gegen 17.00 Uhr in den Naturhafen von Speyer einschwenkte. Vorher hatte er in der Mittagszeit Mannheim passiert und am Nachmittag tauchte vor seiner Bugwelle der gewaltige Dom jener Stadt auf, die nun für immer Heimatstandort des einzigartigen Reliktes der sowjetischen Raumfahrt werden soll.

Bild: (c) 2008 raumfahrt50plus

Am morgigen Samstag steht nocheinmal eine schwierige und für die ausführende Spedition Kübler herausfordernde Aktion auf dem Plan, denn dann muss die Buran ab dem frühen Morgen zuerst von ihrem Schwimmponton auf festen Boden bugsiert, und dann auf dem Landweg die letzten Kilometer zum Museum gefahren werden. Die Firma Kübler aus Schwäbisch Hall ist spezialisiert auf auf derart komplizierte Spezialtransporte. Schließlich ist es auch nicht das erste Mal, dass sie auf ihren Sonderfahrzeugen große künstliche Vögel auf ihren LKW-Gespannen über Land bewegt. Viele werden sich sicherlich noch an die spektakuläre Überführung einer Concord über die Autobahn A6 in das Sinsheimer Technik Museum erinnern.

Da auch diesmal wieder viele tausend Zuschauer entlang der Strecke über die Straßen Speyers erwartet werden, haben wir den Schemaplan des Landtransportes und den zugehörigen Zeitplan, wie er vom Museum in Speyer bekanntgegeben wurde, hier eingefügt.

Samstag, 12. April 2008

Ab 7 Uhr: Aufbau der Rampe auf das RoRo Ponton.
Ab 9 Uhr: Entladung 1. Tragfläche vom Ponton. Entladung 2. Tragfläche vom Ponton und Verladung auf zwei weitere LKW.
11 Uhr: Roll-off des Tiefladers mit der Buran. Anschließend Entladung des Seitenleitwerks und Verladung auf einen vierten LKW.

Quelle: Spedition Kübler

10. april 2008
by raumfahrt50plus

Auch am Donnerstag säumten wieder tausende begeisterte Zuschauer, trotz des trüben regnerischen Wetters, die Rheinufer und -brücken. Heute stand der wahrscheinlich landschaftlich schönste Abschnitt der Reise des Schubverbandes mit dem Raumgleiter Buran OK-GLI auf dem Programm. Gleichzeitig war die Fahrt im, zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörendem Durchbruchstal des Rheinischen Schiefergebirges auch der schwierigste Streckenabschnitt. Im engen Tal, vorbei den an Burgen und Orten des Inbegriffs der deutschen Romantik, war heute sogar ein Lotse an Bord. Der hatte die Aufgabe, vorallem auch wegen den derzeit hohen Wasserständen, für die notwendige Sicherheit des überbreiten Transportes zu sorgen.

Sicher war das Vorbeistampfen an der Loreley die spektakulärste Passage für die Buran. Später nachdem das Pontonschiff das Bingener Loch hinter sich gelassen hatte, verließ der Verband den Mittelrheinabschnitt wieder und die Landeshauptstädte Wiesbaden und Mainz zogen am Ufer vorbei, bevor der Ankerplatz in Nierstein erreicht war.

Bild: Gerhard Daum/ Nauheim

Für die nächsten beiden Tage ist von den Transportverantwortlichen folgender vorläufiger Zeitplan ins Auge gefasst worden:

Freitag, 11. April 2008:
Abfahrt ca. 6 Uhr in Nierstein, 9 Uhr Worms, 11 Uhr an der Autobahnbrücke der A6, 13 Uhr Mannheim, 14 Uhr Altrip, 15.30 Uhr an der Autobahnbrücke der A61, 16 Uhr Brücke Speyer, 17 Uhr Naturhafen Speyer

Genaue Angaben zu den Abfahrts- und Ankunftszeiten der jeweiligen Zwischenstationen können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gemacht werden. Aus diesem Grund gibt es extra für den BURAN Transport eine GPS-Ortung auf der Homepage des Technik Museum Speyer. Unter

www.technik-museum.de/buran-tomtom

können Interessierte direkt mitverfolgen, wo sich die Raumfähre gerade befindet.

09. april 2008
by raumfahrt50plus

Am frühen Mittwoch morgen verließ der Schubverband mit dem Atmosphärenprototyp der Buran-Serie seinen nächtlichen Liegeplatz in Köln und begann, sich dabei gegen die Strömung des immer stärker Wasser führenden längsten deutschen Flusses kämpfend, seine nächste Etappe, weiter gen Süden seinem Ziel Speyer langsam aber sicher nähernd.

Für den Kapitän des Transportschiffes ist dies dabei durchaus kein leichtes Unterfangen. Immerhin ist der Rhein einer der verkehrsreichsten Flüsse Europas. Da auch die Geschwindigkeit des Sondertransportes im Vergleich zu den normalen Frachtkähnen nicht wirklich hoch ist, kommt es immer wieder zu Überholmanövern, Begegnungsverkehr und manchmal sogar beidem gleichzeitig.

Bei trüben regnerischen Wetter passierte die Buran die alte Bundeshauptstadt Bonn, wo, wie an den Vortagen, wieder viele tausend Schaulustige dem Spektakel beiwohnten.

Die nächsten Kilometer des Tages führten anschließend durch das immer enger werdende Rheintal, vorbei an Rolandseck, Remagen, Linz, Bad Breisig oder Andernach. Mit etwa 7 Kilometern in der Stunde Reisegeschwindigkeit näherte sich der Verband am frühen Abend Koblenz. Gegen 19.00 Uhr fegte der „Schneesturm“ (russisch: Buran) am deutschen Eck vorbei, wo trotz strömendem Regens ein würdiger Empfang mit Schiffssirenen, Wasserfontänen und viel Beifall stattfand.

Da der Transport auf Grund seiner Sonderdimensionen nachts nicht weiterfahren darf, war auch heute in den Abendstunden wieder Schluss und die Pontons wurden am Tagesziel in Lahnstein vertäut.

Bild: Bodo Saher für den raumfahrt50plus foto contest

Die Planungen für Morgen, Donnerstag 10.April sehen nach Informationen des Museums in Speyer folgerndermaßen aus:

06:45 Uhr – Abfahrt in Lahnstein

11 Uhr – Ankunft am Loreleifelsen in St. Goar

20 Uhr – Ankunft in Nierstein

Diese Zeiten stellen grobe Angaben dar, da die Geschwindigkeit des Transportes stark von der herrschenden Strömung des Flusses abhängt. An der Lorelei bekommt die Buran dann zusätzlich auch einen Lotsen an Bord, der hilft die Raumfähre sicher durch die Stromschnellen zu bringen.

08. april 2008
by raumfahrt50plus

Die Buran war am heutigen Dienstag weiter auf dem Rhein in Westdeutschland unterwegs und viele tausend Schaulustige an den Ufern und auf den Brücken des Streckenabschnittes von Krefeld nach Köln ließen sich den Anblick des langsam auf seinem Ponton übers Wasser gleitenden Riesenvogels nicht entgehen.

Im Verlauf des Tages gab es auch keine Probleme oder Schwierigkeiten, die zu größeren Verzögerungen geführt hätten. So konnten die vielen Beobachter aus der Gegend die Ankunft des Raumgleiters fast fahrplanmäßig erwarten und rechtzeitig vor Ort erscheinen.

Inzwischen nutzen auch viele Lehrer die Möglichkeit, ihren Schulklassen eine interessante außerplanmässige Schulstunde in Technikgeschichte zu bieten. In Düsseldorf wurde der Transport per Helikopter und auf dem Fluss von einem Feuerwehrlöschboot begleitet, dass dem Kapitän des Buran-Schubbootes, mit seinen zur Begrüßung aktivierten Fontänen, fast ein Gefühl von QM2 in Hamburg beschert haben dürfte.

Bildquelle: EPA/ MARTIN GERTEN

Am späten Nachmittag hatte der Transport dann, wie vorgesehen, Köln erreicht und liegt nun am Anlegeplatz an der Severinbrücke. Dort wird er bis zum Mittwoch morgen ankern, bevor es morgen in Richtung Lahnstein bei Koblenz weitergeht.

Einen sehr informativen Tagesbericht zum Verlauf des heutigen Reiseabschnittes gibt es wieder auf Kosmologs. Autor Stefan Fichtner hatte heute die Möglichkeit, sich zeitweise direkt auf dem Schiff aufzuhalten und bis Köln mitzufahren.

07. april 2008
by raumfahrt50plus

Der Pontontransport mit dem russischen Test-Shuttle Buran OK-GLI hat nach kleineren Schwierigkeiten am Sonntag inzwischen Deutschland erreicht. Auslaufendes Getriebeöl und Probleme mit der Motorhydraulik hatten den Schubverband gezwungen unplanmäßige Stops in Holland einzulegen, was dazu führte, daß er letzte Nacht noch in Millingen aan de Rijn ankern musste.

Sehr schöne selbst geschossene Luftbilder von der sonntäglichen Reise durch die Niederlande hat uns der holländische Pilot Frans van Rossum überspielt. Diese können sind auf unserer Sonderseite mit Photowettbewerb zu bewundern.

Bildquelle: Frans van Rossum (auch Titel)

Insgesamt hat sich der Zeitplan für die weitere Wegstrecke dadurch etwas verändert. Corinna Handrich von der Pressestelle des Technik Museum in Speyer teilte uns heute nachmittag die aktualisierten Termine mit. Wir veröffentlichen diese am Ende dieses Beitrags.

Der Transport hat am Montag abend Krefeld angesteuert und damit sein ursprüngliches Ziel Köln nicht ganz erreicht. Die Domstadt wird morgen Nachmittag Etappenziel für die Raumfähre sein, die nun während der Wassertransporte seit einigen Wochen ein Medium kennenlernt, für dass sie ursprünglich keineswegs geschaffen war. Schwimmt sie derzeit hauptsächlich um die halbe Welt, so hatte sie in ihrer aktiven Zeit Mitte der 1980er Jahre als Testmodell immerhin 25 Flugeinsätze in der Erdatmosphäre. 15 davon mündeten sogar in vollautomatischen Landungen, ein wichtiger Test für die diesbezüglichen Fähigkeiten ihrer Schwesterfähre, die am 15. November 1988 zu ihrem ersten und letzten Ausflug ins All aufgebrochen war. Dieser Flug war nichts destro trotz ein wichtiger Meilenstein in der Raumfahrt der damaligen Sowjetunion und der Raumfahrt überhaupt. Immerhin war dies der erste Einsatz eines wiederverwendbaren Raumgleiters, ohne dass ein Mensch diesen im Cockpit steuern musste.

Leider führte die Geldknappheit der russischen Raumfahrt in den ersten Jahren der postsowjetischen Ära zur vollständigen Beendigung des Raumfährenprogramms und das erste Einsatzmodell wurde später sogar beim Einsturz seiner Lagerhalle vollständig zerstört. Um so interessanter und wichtiger ist daher der Umstand zu bewerten, dass das Technik Museum in Speyer den ersten flugfähigen Prototypen der Buran-Reiher erweben konnte und ihn ab dem Spätsommer diesen Jahres einer breiten interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen wird.

Weitere Details können alle Sie auf den Buran-Sonderseiten oder den Sonderseiten vom Transport von raumfahrt50plus einsehen.

Weitere sehr umfassende Informationen erhalten Sie wenn Sie deen Transport-Blog von KOSMOLOGS verfolgen.